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„Männerherzen und die ganz ganz große Liebe“

Balzen, beißen und bibbern - großer Spaß ums Beziehungschaos

Hans Gerhold

Die nahtlos an den Komödienhit von 2009 anknüpfende Fortsetzung „Männerherzen und die ganz ganz große Liebe“ erweist sich als rundum gelungener Spaß um das Thema Beziehungen und die Pleiten und Pannen des Liebeslebens, die schon im ersten Teil für munteres Vergnügen sorgten.

Dabei präsentieren sich die Großstadthelden nicht nur locker leicht, sondern auch tragisch schwer. Als Männer mit viel Gefühl zeigen sie noch mehr Herz, egal ob sie kämpfen oder lieben. Simon Verhoevens Coup ist dabei besser und reifer als Matthias Schweighöfers „What a Man“ oder Til Schweigers Hasen-Küken-Enten-Trilogie.

Endete der erste Teil mit Bruce Bergers irrem Musikvideo „Alle Kinder dieser Erde“, so schmettert der von Justus von Dohnanyi wieder lustvoll übersteigert gespielte Schlagersänger diesmal zu Anfang seinen neuen Titel „Ich such die ganz ganz große Liebe“ auf die Mailbox des ausgestiegenen Musikproduzenten und Überfliegers Jerome (Til Schweiger).

Der sucht gerade bei Muttern (Defa-Star Chrstine Schorn) auf dem Land nach dem Sinn des Lebens und findet Traumfrau Helena (Mina Tander), die auf einem Schimmel dahergeritten kommt. Derlei Umkehrungen und hübsche Variationen vertrauter Komödien und Klischees beleben auch die anderen Eskapaden, ob es sich um Christian Ulmen beim Balzen und Beißen mit Nadja Uhl handelt oder um Bioladenbesitzer Maxim Mehmet, der mit Jana Pallaske im Hechelkurs für schwangere Paare leidet und sich bibbernd auf Zwillinge vorbereitet.

Florian David Fitz, von der Freundin wegen des Paartherapeuten sitzengelassen, sucht die Nähe von Soap-Star Maria (Inez Björg David) und wird vom Spießer zum Elefant im Porzellanladen der Gefühle. Die tragische Dimension bringt der im Gefängnis sitzende Wotan Wilke Möhring ein, der um den Sohn kämpft.

Verhoeven hat die Rolle von Bruce Berger ausgebaut, was sich als ideal erweist, weil er die miteinander vernetzten, geschickt geschnittenen Bildmotive und Handlungsfäden aus dem Vorgängerfilm verbindet. Jugendwahn und Internet-Wahnsinn steigern sich, außerdem ist für Spannung im Finale sorgt. Regisseur und Drehbuchautor Simon Verhoeven vermeidet aber grobe Karikaturen. Ein rundes Vergnügen.

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