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Party im Jovel

Bandidos wollen in Münster feiern - Polizei rechnet mit 400 Teilnehmern

Martin Kalitschke

Münster - Offiziell macht das Jovel im gesamten August Betriebsferien. Am 13. August wird der Musikclub am Albersloher Weg allerdings für einen Abend seine Pforten öffnen - ausnahmsweise. Dass sich die Jovel-Homepage über die für diesen Abend geplante Party ausschweigt, mag am Veranstalter liegen: den Bandidos. Mitglieder des Motorradclubs fielen in den letzten Jahren nicht nur regelmäßig durch Gewalttaten auf, sie sollen auch tief ins Drogen- und Rotlichtmilieu verstrickt sein.

Ab 18 Uhr wollen die Bandidos-Ortsvereine Münster, Hamm und Osnabrück ihr zehnjähriges Bestehen feiern. „Ein Familienfest“, sagt Jovel-Betreiber Marvin Lindenberg. Der Eintritt ist frei, eine Band wird spielen, und für Mitternacht ist ein Feuerwerk geplant.

Dass er seine Räumlichkeiten an eine Gruppierung vermietet hat, die regelmäßig vom Verfassungsschutz beobachtet wird und seit 2010 in Schleswig-Holstein verboten ist, bereitet Lindenberg kein Kopfzerbrechen: „Das sind schließlich nicht alles Schwerverbrecher“, betont er. Natürlich habe er sich Gedanken darüber gemacht, sich die Bandidos ins Haus zu holen.

Das sind schließlich nicht alles Schwerverbrecher

Nach reiflicher Überlegung sei er jedoch zum Schluss gekommen, „dass wir uns keine großartigen Sorgen machen müssen“ - wenn Bandidos untereinander feiern, gehe es nämlich „stressfrei“ zu.

Was im Jovel am 13. August geplant ist, ist der Polizei „seit einiger Zeit bekannt“, bestätigt Jan Schabacker. Der Behördensprecher rechnet mit 400 Teilnehmern, geht allerdings nicht davon aus, dass die Bevölkerung viel von der Feier mitbekommt. „Es werden keine Horden von Rockern durch Münster fahren“, ist Schabacker überzeugt.

Bei anderen Polizeibehörden in NRW hat er in Erfahrung gebracht, dass „solche Veranstaltungen in der Regel völlig unspektakulär über die Bühne gehen“. Ob und in welcher Stärke die Polizei vor Ort sein wird, sei noch unklar. „Aber natürlich sind wir auf diese Geschichte vorbereitet.“

Natürlich sind wir auf diese Geschichte vorbereitet.

In der münsterischen Bandidos-Szene ist es laut Schabacker seit 2007 „ruhig“. Damals war an einem Rocker-Treffpunkt in Münster ein umfangreiches Waffenlager gehoben worden. Laut Polizei konnten bei den folgenden Ermittlungen Verbindungen zu Straftaten wie Waffen- und Drogenhandel sowie Gewalt-, Raub- und Eigentumsdelikten hergestellt werden. Mehrere Bandidos wurden später zu Freiheitsstrafen verurteilt.

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