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Partnerstadt Dessau-Roßlau

Bauhaus und Weltkulturerbe faszinieren in Sachsen Anhalt

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<1>Roßlau. Drei von der Unesco geschützte Kultur- und Naturerbe-Stätten hat Ibbenbürens Partnerstadt Dessau-Roßlau aufzuweisen, so viele wie keine andere Region in Deutschland. Das Bauhaus teilt sich die Ehre mit Weimar, einzigartig sind das Gartenreich Dessau-Wörlitz und das Biosphärenreservat Mittelelbe. Bei der Frage nach den Höhepunkten, die ein Besucher nicht verpassen darf, gerät Roman Müller, Leiter der Tourist-Information, ins Schwärmen. Im Mittelpunkt stehen auch für ihn die Orte, die von der Unesco unter besonderen Schutz gestellt wurden. Die Landschaft kann wunderbar auf Wanderungen zu Fuß, mit dem Kanu oder mit dem Fahrrad erkundet werden, legt er den Gästen ans Herz. Dessau liegt direkt am Elbe-Radweg, und ein Abstecher in die Stadt lohnt sich immer. Wer am Abend einen Theaterbesuch einplant oder an einem der zahlreichen Feste teilnehmen möchte, findet Übernachtungsmöglichkeiten vom Vier-Sterne-Hotel bis zum Privatzimmer mit individuellem Service. Viele Unterkünfte sind als „fahrradfreundlich“ eingestuft. Wer dem „Kulturpfad“ folgt, der mit Bronzeplatten auf den Gehwegen markiert ist, verpasst keine der zahlreichen Sehenswürdigkeiten. In der Tourist-Information am Rathaus gibt es dazu ausführliche Broschüren. Architekten, Künstler und Kulturinteressenten wandeln entlang der „Bauhaus-Tour“ auf den Spuren von Walter Gropius und anderen berühmten Lehrern der 1926 von Weimar nach Dessau verlegten Hochschule für Gestaltung. Dort entstand in den 20er- und frühen 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts eine Kunst- und Architektur-Richtung, die bahnbrechend für die moderne Industriekultur wurde. Heute ist das Bauhaus ein Ort der Gestaltung, Forschung und Lehre. Die Studenten des Bauhaus-Kollegs tragen den Gedanken der Gründer in die ganze Welt: „Die Form gehorcht der Funktion“. Neben dem Hauptgebäude in der Gropiusallee sind die Meisterhäuser zu besichtigen – Wohnbauten, die ein wenig von der schöpferischen Atmosphäre erahnen lassen, die damals zwischen Wassily Kandinsky, Laszlo Moholy-Nagy, Paul Klee, Georg Muche, Lyonel Feininger oder Oskar Schlemmer herrschte. Im Stadtbild entdecken Liebhaber der klaren Linien weitere Spuren der Bauhaus-Architektur, wie das Restaurant Kornhaus, das Konsumgebäude oder auch die Siedlung Törten. „Das Besondere des Gartenreiches Wörlitz ist, dass die ganze Landschaft gestaltet wurde und damit der erste englische Garten auf dem Festland entstand“, erklärt Roman Müller die Absicht des Fürsten Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1749-1817), dem dieses Kleinod zu verdanken ist. Architektonische Gestaltungselemente der klassizistischen und neugotischen Formensprache – Schlösser, Tempel oder Säulen – schaffen Verbindungen zwischen den einzelnen Parks. Die Besucher können die einzigartigen Grünflächen auf einer „Gartenreich-Tour“ sogar mit einer Panorama-Bahn erkunden. Von Mosigkau und Großkühnau im Westen bis nach Oranienbaum und Wörlitz im Osten machen verträumte Wanderwege, Alleen mit altem Baumbestand, idyllische Winkel, Brücken, Kanäle und Seen den Ausflug zu einem besonderen Erlebnis. <2>Kunstkenner finden in den Schlössern Gemäldegalerien und original ausgestattete Räume im Stil der Erbauerzeit. Die Auenlandschaft an Elbe und Mulde bildet den Rahmen für Gebäudeensembles und Gärten, die größtenteils in ihrer Ursprünglichkeit erhalten sind. Die Anlagen sind jederzeit frei zugänglich, kein Zaun verwehrt den Zugang zu diesem kleinen Paradies. In den Auenlandschaften zwischen Elbe und Mulde passt sich die Tier- und Pflanzenwelt den wechselnden Wasserständen an. Durch die Rückverlegung eines Deichabschnittes am Roßlauer Oberluch wurde erst kürzlich ein einzigartiges Refugium für ungestörte Naturbeobachtungen geschaffen. Hunderte Arten von Insekten, Schmetterlingen und Käfern, eine vielfältige Vogelwelt und das Biberschau-Gehege sind die Anziehungspunkte. Dem Ausbau der Wege wird besonderes Augenmerk geschenkt, schließlich stammt „Das Wandern ist des Müllers Lust“ vom Dessauer Dichter Wilhelm Müller. Wer nach soviel Ruhe und Natur städtisches Flair genießen will, flaniert durch die Einkaufszentren rund um das Rathaus und lässt den Tag bei einem der zahlreichen Feste ausklingen, die im Sommer die Stadt in ein Open-Air-Spektakel verwandeln. Dabei wird die Vergangenheit lebendig, wie beim Schifferfest in Roßlau, dem Leopoldsfest mit dem historischen Festumzug oder den Bauhaus-Farbfesten. Musikliebhaber schätzen das Kurt-Weill-Festival, und Technik-Begeisterte kommen am Hugo-Junkers-Museum mit einer Ju52, dem legendären ersten Ganzmetall-Verkehrsflugzeug der Welt, nicht vorbei. In der Baggerstadt „Ferropolis“ bilden Schaufelradbagger aus dem Braunkohletagebau Golpa-Nord die Kulisse für Konzerte von Rock bis Klassik. In Roßlau veranstaltet der Heimatverein auf dem Gelände der Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert Mittelaltermärkte und Ritterturniere.

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