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Baustelle soll schnell fertig werden

Cedric Gebhardt

Ahlen. Der entscheidende Faktor heißt Zeit. Diese ist bei RW Ahlens A-Junioren ein kostbares Gut. Denn nach dem Rücktritt Martin Hanskötters blieben Neu-Trainer Manfred Christel gerade einmal zwei Wochen, um die Mannschaft auf den am Sonntag beginnenden Rückrundenstart vorzubereiten.

Im Grunde waren diese 14 Tage nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Momentan ist das alles hier eine Baustelle, die man erst zusammenflicken muss. Das ist aber ein längerer Prozess“, lautet Christels Bestandsaufnahme vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach um 13 Uhr. Aber er sei schon zufrieden, dass es zunächst gegen die „Fohlen“ und nicht wie ursprünglich im Spielplan vorgesehen gegen Fortuna Düsseldorf gehe. Denn so bleibt mehr Zeit vor den bedeutenden Schlüsselspielen gegen die direkte Konkurrenz.

„Mal sehen, wie sich die Jungs unter Wettkampfbedingungen in Mönchengladbach behaupten. Meine Mannschaft muss sich gegen ihr Schicksal wehren“, fordert Manfred Christel. Sein Team sei in der Hinrunde hingefallen. „Lange dürfen wir nicht mehr liegen“, beschwört er. Um sich aufzurappeln, verfügt der heimische Junioren-Bundesligist immerhin über den kompletten Kader. Erstmals seit Wochen stehen wieder alle Spieler zur Verfügung. Bei einigen hat Christel eine gewisse (Selbst-)Zufriedenheit ausgemacht. „Andere wären froh, wenn sie in der Bundesliga spielen könnten. Meine Jungs müssen beweisen, dass sie die Klasse haben. Wer das nicht begreift, hat bei uns keinen Platz“, spricht der RW-Trainer Tacheles.

Auch die von Vize-Präsident Jörg Hellwig gesichteten „Störfeuer“ – sprich Spieler, die quer schießen – will Christel ausmerzen: „Wer mich kennt, weiß, dass ich so etwas nicht tolerieren werde.“ Es müsse schon die richtige Bereitschaft vorhanden sein, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die dafür notwendigen technischen Fähigkeiten besitzt die Mannschaft zweifellos. Doch Manfred Christel verweist zurecht darauf, dass damit allein keine Spiele gewonnen werden. Vor allem in punkto Aggressivität und Zweikampfverhalten muss Rot-Weiß zulegen. Einer, der fraglos gehobene Qualität vorweisen kann, ist Marco Reus. Er soll gegen die Borussia auflaufen. „Ich hoffe, dass die Mannschaft durch Marco den Schub kriegt, den sie scheinbar benötigt“, wünscht sich Christel.

Die Reise nach Mönchengladbach treten indes alle 22 Spieler des Kaders an, um Geschlossenheit zu demonstrieren. Erst kurz vor dem Anpfiff jedoch gibt RW-Coach Christel die 18 nominierten Akteure bekannt. „Wir wollen uns als Mannschaft präsentieren. Jeder soll das Gefühl haben, dazuzugehören. Allerdings sind alle dem Leistungsprinzip unterworfen“, so Christel. So wie die gesamte Mannschaft dem Leistungsprinzip unterworfen ist, was sich an der Tabelle ablesen lässt. Um die zu begradigen, braucht es – na, was wohl? – Zeit. Ein kostbares Gut.

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