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Karneval im Kreis Steinfurt

Bei der Herrensitzung geht es erotisch zu

wn

Rheine. Lachend wackelt Nummerngirl Andrea mit dem Po und stolziert lasziv über die Bühne. Dem Publikum gefällt die Darbietung. Bei einer Männersitzung darf es gern mal etwas erotischer zugehen. Die zweite Rheiner Herrensitzung der KG Abendgesellschaft am Freitagabend in der Stadthalle zeigte deutlich mehr Resonanz als noch im vergangenen Jahr: Gut 200 Männer drängten sich an den Tischen.

Der feierliche Einmarsch von Elferrat und Stadtgarde wurde mit stehenden Ovationen gefeiert und die Stimmung sollte den ganzen Abend um keinen Deut weniger werden. „Wenn nur jeder zweite von euch nächstes Jahr noch einen Freund mitbringt, dann ist der Männerkarneval in Rheine fest etabliert“, sagte Kur-Präsident Josef Brinkmann begeistert. Sitzungspräsident Detlef Weßling und Stadtprinz Robert konnten sich dem enthusiastischen Lob nur anschließen.

Eine gute Portion nackte Haut gemischt mit karnevalistischen Hochleistungen – das ist das Konzept der Abendgesellschaft. Nummerngirl Andrea begeisterte das Publikum so, dass Sitzungspräsident Weßling die Auftritte der Dame gar nicht mehr anzusagen brauchte; Sprechchöre forderten ihren Auftritt, kaum war der Jubel nach den Zugaben der Tanzgarden verklungen. Weltenbummler Andreas Hille, die „sprechende Frikadelle“, bewies in der Bütt einschlägige Kenntnisse über Rheines rote Betriebe und riss seine Sprüche deutlich deftiger als außerhalb reiner Herrenrunden. Heftigst wetterte später Rudi Grevsmühl über Polizisten und Politik, über die Gesundheitsreform nach der er jetzt Hundesteuer zahlen darf, nur weil er sich einmal einen Wolf gelaufen hatte.

Ohne Zugaben kamen auch die einzigen Frauen in der Stadthalle nicht von der Bühne. Die Stadtgarde Rheine, die Prinzengarde Borghorst, die Bauchtänzerinnen „Orientalische Phantasie“, Schlagersängerin Kerstin Börger und die brasilianischen Tänzerinnen der „Grupo Ordem e progresso“ wurden frenetisch bejubelt. Und auch der Fanfarenzug Aloysius Kiebitzheide durfte erst nach dem dritten Versuch, mit reiner Bläserkraft die Stadthalle zum Einsturz zu bringen, wieder ausmarschieren.

Männerkarneval in Rheine? Bald eine feste Institution, wenn nächstes Jahr die Stadthalle dem Besucheransturm nicht mehr gewachsen ist.

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