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Benny ist CaseModding-Meister: Keine Zärtlichkeiten für Sunray

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Es ist nicht so, dass ich das Ding streichle“, sagt Benny grinsend. Einen netten Namen hat sein persönlicher Alltags-PC dennoch. „Sunray“ hat er den leuchtend gelben Rechner mit dem großen, plastischen B an der Seite getauft. Schließlich verbindet der 26-Jährige schöne Erinnerungen mit dem Tower: Er hat ihn 2004 zum ersten Mal zum deutschen Meister im CaseModding gemacht. Im vergangenen Jahr hat sich Benny Franz zum vierten Mal den Titel gesichert.

CaseModding – hinter diesem Begriff verbirgt sich das Modifizieren und Pimpen von Computergehäusen. Dahinter steckt aber auch eine ganze Szene von Tüftlern, die sich formiert hat, als vor einigen Jahren Computergehäuse noch mausgrau und langweilig waren.

Ein Dremel – so etwas wie ein vergrößertes Maniküregerät mit verschiedenen Aufsätzen zum Feilen und Schneiden – ist das Werkzeug, das Benny regelmäßig benutzt, um einem Rechner einen neuen Look zu verpassen. Bevor er am Gerät selbst Hand anlegt, zeichnet Benny Skizzen, setzt sie in ein 3D-Modell um. „Das geht weit über bunte Lampen hinaus“, erklärt er. Die Szene würde immer noch belächelt und in schummerigen Bastelkellern verortet. Tatsächlich tendierten er und viele Kollegen eher in Richtung Design.

Benny, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat, zählt zum Beispiel Computerfirmen zu seinen Auftraggebern. Sie wünschen sich für Messen ganz besondere und einzigartige Rechnergehäuse. Mit Feile, Schleifpapier und kleiner Bohrmaschine bekommen die Technikteile dann Fenster, Ornamente und ausgefallene dekorative Formen.

Ein gutes halbes Jahr braucht Benny im Schnitt von der ersten Idee bis zum fertigen Case. Die einzelnen Schritte dokumentiert er in Foren und mit Bildern, um anderen CaseModdern Inspirationen zu geben. Denn wer seinem Rechner ein neues Styling verpassen will, ist in der Regel Autodidakt. So exotisch seine Entwürfe sind, so pragmatisch ist Benny, wenn es um seinen Privatrechner geht.

„Ich bin ein Gewohnheitstier“, sagt er. Deswegen nutzt er noch immer seinen ersten CaseMod „Sunray“ – inklusive der schon etwas älteren Hardware darin. Die beiden seien schlichtweg durch die viele Arbeit, die darinsteckt, verbunden. Aber: „In einer gewissen Weise hänge ich auch dran.“

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