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Diskussion um Öffnungszeiten

Beschicker wollen frühen Marktbeginn

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<1>Münster – Andere Öffnungszeiten auf dem Wochenmarkt – das empfiehlt eine Studie der Fachhochschule Münster, die vom Verein Marktbeschicker Münster in Auftrag gegeben wurde. Die bisherigen Öffnungszeiten von 7 bis 14.30 Uhr sollten auf 8 bis 16 Uhr verlegt werden, heißt es von Seiten der Studenten. Laut Studie ist Samstag der Lieblingstag der Münsteraner für einen Marktbesuch: 24.985 Besucher kamen an dem Tag, am Mittwoch hingegen waren es nur 13.077. Und gerade am Samstag wünschte sich ein Drittel der befragten Marktbesucher längeres gemütliches Bummeln. Und das würde sich auch für die Händler auszahlen. Am Samstag haben die meisten Menschen frei und viele Tagesbesucher und Touristen sind in der Stadt. Um 30 Minuten verlängerte Öffnungszeiten würden laut der Berechnung der angehenden Betriebswirte immerhin zu einem Plus von 2411 Marktbesuchern führen. Ob diese dann jedoch auch für mehr Kaufkraft sorgen, bezweifeln die Marktbeschicker. Wer wirklich auf dem Markt seine Besorgungen erledige, der komme auch früh am Morgen, wenn die Waren frisch sind. Die Spätaufsteher würden kaum noch für Umsatz sorgen. Einzig die Konditor und jene Beschicker mit gut haltbarer Ware scheinen sich für eine Verschiebung der Öffnungszeiten auszusprechen. Wer frische Waren wie Fleisch, Gemüse und Fisch verkauft, möchte diese auch schnell an den Mann bringen. Ein weiteres häufig gehörtes Argument: Es sei Tradition, dass Wochenmärkte früh am Tag stattfinden. Bereits zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert entstanden die ersten Orte zum Warenaustausch in Deutschland. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts gab es bereits um die 4000 etablierte Märkte. Sie waren für die Bevölkerung in der Region die einzige Möglichkeit Lebensmittel und Werkzeuge zu erstehen, die nicht selbst erzeugt oder angebaut werden konnten. Bereits damals fanden die Märkte früh am Tag statt, da nicht wenige Kunden noch am selben Tag einen weiten Heimweg zu Fuß zurücklegen mussten. Heute benötigt niemand einen Markt, um sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Supermarktketten bieten teilweise bis in den späten Abend hinein ihre Waren an. In dieser Zeit stehen Märkte vielmehr für nachhaltige Produkte aus der Region. Wer auf dem Markt einkauft, weiß, was er bekommt – so scheint es. Doch die Tradition, die Waren am Morgen feil zu bieten, ist geblieben. Und das nicht nur in Münster. Auch in den anderen Großstädten der Region sind die Märkte kaum länger als bis 14 Uhr geöffnet. Lediglich in Dortmund kann am Freitag und am Samstag bis 15 Uhr gebummelt werden. Und in Osnabrück gibt es neben diversen kleineren Märkten und dem großen Altstadtmarkt am Samstag (bis 14 uhr) auch den neuen Wochenmarkt. Dieser findet jeden Dienstag ab 12 Uhr am Nachmittag in der Neustadt statt.

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