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Kirchenjubiläum St. Anna

Besiegelt mit einer Umarmung

wn

Neuenkirchen/Münster. Schon lange vor der eigentlichen Feier war der St.-Paulus-Dom bis auf den letzten Stehplatz gefüllt - am Sonntagnachmittag weihte Bischof Felix Genn neun Männer zu Ständigen Diakonen, darunter Guido Seidensticker aus St. Anna in Neuenkirchen. Ständiger Diakon heißt: Er wird fest für die Gemeinde geweiht, in der er beheimatet ist. Über 100 Neuenkirchener waren mit einem Bus und Privatfahrzeugen gekommen, um das dreistündige große Pontifikalamt mitzuerleben.

Und das war nicht weniger feierlich als bei einer Bischofsweihe. Zunächst rief die Leiterin des Instituts für Diakonat und pastorale Dienste (IDP) des Bistums Münster, Professorin Margret Nemann, jeden einzelnen mit Namen auf, worauf er mit den Worten „Hier bin ich!“ seine Bereitschaft zur Weihe erklärte. Darauf bat sie den Bischof im Namen der Kandidaten, sie zu Diakonen zu weihen. „Weißt Du, ob sie würdig sind?“, fragte er zurück. „Das Volk hat sie für würdig gefunden. Ich bin davon überzeugt, sie sind es“, versicherte Nemann.

Im anschließenden Weiheversprechen erklärten sie ihre Bereitschaft, dem Volk Gottes zu dienen, den Glauben in Wort und Tat zu verkünden den Bedürftigen zu helfen und sein Leben in der Nachfolge Christi zu gestalten: „Versprichst Du mir und meinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam?“ - „Ich verspreche es.“ - „Gott selbst vollende das gute Werk, das er in Dir begonnen hat.“

Auch die Ehefrauen fragte der Bischof nach ihrer Bereitschaft, ihre Ehemänner in dem Dienst zu unterstützen, der ihnen übertragen werde.

Die Pfarrer der Heimatgemeinden, aus denen die neu geweihten Diakone stammen, bekleideten sie mit Stola und der Dalmatik, dem liturgischen Gewand und der Amtskleidung des Diakons. Der Pastor von St. Anna, Michael Langenfeld, übernahm diese Aufgabe gerne.

Anschließend überreichte Felix Genn jedem einzelnen das Evangeliar als Zeichen, aus dem Glauben zu leben und das Evangelium zu verkünden. Mit einer Umarmung der neugeweihten Diakone besiegelte der Bischof die Weihe, das Treueversprechen und die Aufnahme in den Klerus des Bistums Münster.

Nach der Feier ließen es sich die Neuenkirchener nicht nehmen, Guido und Lydia Seidensticker im hinteren Teil des Doms zur Weihe zu gratulieren. Die Schwestern des Antonius-Stifts, die Kfd St. Arnold mit Banner, der Kolping-Familienkreis, der Pfarrgemeinderat und viele Freunde standen Schlange. Die Stimmung war sehr gelöst - und plötzlich erschallte die Jubiläums-Hymne „Bei Dir Herr, ist Leben, Leben in Fülle“, gut hörbar durch den Dom zu Münster. Der protokollarische Empfang im Borromäum fand im internen Rahmen statt.

Einige Freunde Seidenstickers hatten sich etwas Besonderes einfallen lassen. Schließlich wird man nur einmal im Leben Diakon. Sie hatten den Hauseingang der Familie Seidensticker während ihrer Abwesenheit mit einem großen Kranz geschmückt. Schade nur, dass es bei ihrer Heimkehr bereits dunkel war.

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