1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Bester Kader seit 2007

  6. >

USC Münster

Bester Kader seit 2007

Wilfried Sprenger

Münster - Dieser Trainer ist fast schon ein Denkmal. Und vielleicht werden sie Axel Büring sogar ein kleines errichten, wenn er einmal abtritt als Coach der Volleyball-Frauen des USC Münster. Wobei festzuhalten ist, dass es dafür noch keinerlei Anzeichen gibt. Im Gegenteil: Am Sonntag geht Büring in seine 17. Saison als USC-Trainer. Und das so motiviert wie am ersten Tag. „Ich bin heiß wie Frittenfett“, sagte der 44-Jährige vor dem Heimspiel gegen Aurubis Hamburg (14.30 Uhr, Sporthalle Berg Fidel). Unter der Regie des Amelsbüreners haben die Unabhängigen Geschichte geschrieben: Ein Europapokal-Triumph (1996), vier Deutsche Meisterschaften (1996, 1997, 2004, 2005) und fünf Erfolge im DVV-Pokal (1996, 1997, 2000, 2004, 2005) fielen in Bürings lange so sonnenreiche Amtszeit. Die vergangenen Jahre indes waren vergleichsweise arm an Erfolgen. Seit 2007 nun schon steht der USC klar im Schatten anderer Clubs. Eine harte Zeit - vielleicht die schwierigste in der Karriere des Volleyball-Trainers. Doch es ist Licht am Ende des Tunnels, Münster hat sich verstärkt. Nach Hana Cutura und Linda Dörendahl, die im Sommer 2010 zum USC wechselten, kamen aktuell die Niederländerinnen Lonneke Sloetjes und Tess von Piekartz sowie die Amerikanerin Mindi Wiley hinzu. „Unser Niveau ist gut und wir haben viele Typen im Team“, freut sich Büring. Vermutlich hat er den besten Kader seit 2007. Der Trainer ist optimistisch. „Mit dieser Mannschaft ist einiges zu erreichen“, sagt er. Präsident Matthias Fell war da vor Wochen ein bisschen konkreter. Er nannte den Einzug ins Play-off-Halbfinale als Ziel. Aus Sicht von Büring ist dies zum jetzigen Zeitpunkt zu weit gedacht. Er mag zunächst nur über das Viertelfinale reden. Ganz sicher sieht er dort Schwerin, Dresden und Vilsbiburg. „Und dann“, so der Coach, „gibt es sechs Bewerber für die verbleibenden fünf Plätze: Stuttgart, Hamburg, Wiesbaden, Suhl, Aachen und wir.“ Einer fällt durchs Sieb. Vielleicht wird es am Ende ein Hauen und Stechen. Büring drückt es anders aus: „Ich glaube, wir stehen vor einer sehr spannenden Saison.“ Sonntag gehtes los. Erster Gegner ist Hamburg. Nach mageren Jahren haben die Hanseaten erheblichen Druck. Der Sponsor, ein weltweit tätiger Kupferkonzern, möchte endlich Ergebnisse sehen. „Hamburg ist wie immer gut aufgestellt. Ein starkes Team, dass Überraschungen schaffen kann“, glaubt Büring. Vielleicht wird es ein Duell auf gleicher Augenhöhe, denn ein Monster-Gegner sind die Schützlinge von Jean-Pierre Staelens gewiss nicht. Ungewöhnlich offen redete Axel Büring gestern über seine Startformation. Für Sonntag gesetzt sind Michaela Jelinkova (Zuspiel), Lea Hildebrand, Andrea Berg (beide Mitte), Hana Cutura (Angriff), Ines Bathen (Annahme) und Linda Dörendahl (Libera). Um die zweite Angriffsposition streiten Kristin Kasperski und Neuzugang Lonneke Sloetjes. Es wird eine knappe Entscheidung. Büring freut sich auf seine 17. Saison als USC-Trainer. Und er hat ein gutes Gefühl. „Unsere Trainingsleistungen waren prima. Und ich denke, dass wir die auch am Sonntag aufs Brett bringen.“ » Möglicherweise muss der USC in den Ligaspielen in Potsdam (26.10.) und Schwerin (29. 10.) auf die Kroatin Hana Cutura und die Niederländerin Lonneke Sloetjes verzichten. Beide sind von ihren Verbänden für Olympia-Qualifikationen angefordert worden.

Startseite