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Havixbecker Straßennamen

Betonstraße führte zu Wiesen

Ansgar Kreuz

Havixbeck - Ganz praktisch dienen Straßennamen zur Unterscheidung der vielen Straßen, Wege und Plätze eines Ortes voneinander. Doch was steht in Havixbeck hinter diesen Bezeichnungen? Eine Auswahl von Straßen und deren Namen stellt unsere Zeitung gemeinsam mit Friedhelm Brockhausen, Vorsitzender des Heimatvereins Havixbeck, in loser Reihe vor. Heute: Im Flothfeld, Dionysiusstraße und Michaelstraße.

In den 1960er Jahren verfolgte der Rat der Gemeinde Havixbeck das Ziel, die Selbstständigkeit des Ortes zu bewahren. Die dazu erforderliche Steigerung der Einwohnerzahl wurde mit der Ausweisung von Baugebieten erreicht. In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre erwarb die Gemeinde Ackerland, Wiesen und Weideflächen im Flothfeld.

„Das Flothfeld war eine ehemalige Gemeinheitsfläche gewesen, die 1831 auf die Nutzungsberechtigten aufgeteilt worden war“, blickt Friedhelm Brockhausen zurück. Die gesamte Fläche des Flothfelds habe immerhin 1250 Morgen (313 Hektar) betragen. Da das Flothfeld in mehreren Etappen erschlossen wurde, sind die Bebauungspläne mit römischen Zahlen von I bis VII durchnummeriert.

„Die Straße Im Flothfeld´ begrenzt das Baugebiet im Norden und nimmt die Trasse eines alten Wirtschaftsweges auf, der in den 1950er und 1960er Jahren als Betonstraße´ bekannt war“, erklärt der Vorsitzende des Heimatvereins. Mit großen, gegossenen Betonplatten war der Weg befestigt worden, der zur Erschließung der Acker- und Wiesenflächen gedient hat.

Die Dionysiusstraße teilt im ersten Bebauungsplan das Flothfeld in eine West- und Osthälfte. „Der Straßenname wurde bewusst gewählt, um das doch deutlich außerhalb des Ortskerns gelegene Flothfeld wenigstens symbolisch an den Ort zu binden, indem das Patronzinium der katholischen Pfarrkirche aufgegriffen wird“, so Friedhelm Brockhausen.

Die Michaelstraße teilt den ersten Bauabschnitt in eine Nord- und Südhälfte und greift den Namen der damals noch jungen evangelischen Kirchengemeinde auf. „So bilden Michael- und Dionysius­straße ein Kreuz“, beschreibt Friedhelm Brockhausen die Lage der Straßen. Dieses Bild vor Augen verweist er auf eine zur Zeit der Erschließung des Flothfelds zunehmende Bedeutung der Ökumene und das Ende des Katholischen Milieus im Münsterland.

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