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Betreiber entfernt Solarmodule - Turnhalle soll wieder freigegeben werden

Frank Klausmeyer

Westerkappeln - Die Turnhalle in Handarpe soll am kommenden Montag wieder für den Schul- und Vereinssport freigegeben werden. Der Betreiber der Photovoltaikanlage auf dem Flachdach ist am Mittwoch der Aufforderung der Gemeinde nachgekommen, einige Solarmodule abzubauen. Die Gefahr eines Einsturzes besteht nach Meinung der Verwaltung somit nicht mehr.

Am Donnerstagabend (4. Februar) hat die Anfang Januar verfügte Sperrung der Halle aber ein politisches Nachspiel. Denn der Gemeinderat wird sich mit Forderungen der CDU-Fraktion beschäftigen, wonach die Verwaltung unter anderem Übergangslösungen für den Sportbetrieb finden soll. Bürgermeister Ullrich Hockenbrink hat die Anträge der Christdemokraten kurzerhand auf die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung gehoben.

Die aufgrund ihrer Last überzähligen Photovoltaikmodule wurden Mittwoch von einer Fachfirma demontiert. Auch Kies, der in Fässern zur Befestigung der Solarzellen dient. musste vom Hallendach geschaufelt werden. Das Unternehmen, dass die Anlage auch installiert hat, war nach Angaben eines Mitarbeiters erst am Dienstagabend mit dem Abbau beauftragt worden. Weil in der kurzen Zeit kein Lastenaufzug zu besorgen gewesen sei, wurde die Demontage in mühsamer Handarbeit erledigt.

Knapp ein Drittel der Module, die in neun Reihen aufgeständert waren, wurde angeblich abgeholt. Der Rest ist nun so auf dem Flachdach verschoben worden, dass die Last nach Meinung der Verwaltung keine statischen Probleme mehr erwarten lässt.

Insofern könne die Halle wieder freigegeben werden, schreibt die Verwaltung im Hinblick auf die Ratssitzung. Die Forderung der CDU nach Übergangslösungen erübrige sich somit.

Die Union beantragt weiter, für die Photovoltaikanlage einen offiziellen schriftlichen Bauantrag inklusive einer statischen Überprüfung einzureichen. So ein Verfahren ist nach Auffassung der Verwaltung ebenfalls überflüssig.

Die Installation von Solaranlagen auf oder an Gebäuden sei nach der Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfalen nämlich genehmigungsfrei. Nachdem der Betreiber der Solaranlage auf der Turnhalle Handarpe die Auflagen erfüllt habe, würden die Änderungen von einem Statiker abschließend überprüft. Die Verwaltung will zusätzlich eine schriftliche Unbedenklichkeitsbescheinigung zur statischen Sicherheit verlangen.

Darüber hinaus beantragt die CDU Statikuntersuchungen für alle anderen gemeindlichen Gebäude, auf denen Photovoltaikanlagen installiert sind. Dabei handelt es sich um das Hauptgebäude der Grundschule Handarpe, die Grundschule Stadt, die Realschule und die ehemalige Hauptschule sowie die neue Zweifachsporthalle.

Sattel- und Flachdächer seien nach Meinung von Experten unter statischen Gesichtspunkten weniger problematisch als Flachdächer, erklärt die Verwaltung dazu in ihrer Stellungnahme. Die Anlagen auf den Dächern der Haupt- und der Realschule seien so klein, dass keine Bedenken bestehen.

Für die Grundschulen gebe es die Bestätigung durch den Betreiber - es handelt sich nach WN-Informationen um den gleichen wie bei der Turnhalle Handarpe -, dass alle statischen Vorgaben eingehalten worden seien. Für die Bürgersolaranlage auf der Zweifachhalle gebe es eine geprüfte Statik. Im Ergebnis hält die Verwaltung deshalb auch den dritten Antrag der CDU für unnötig.

Der Bürgermeister und das Bauamt schlagen aber vor, einen externen Statiker einzuladen, der im Bauausschuss am 9. März über Voraussetzungen für Photovoltaikanlagen auf gemeindlichen Dächern berichten soll.

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