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Bettina Lamprecht auf der Intensivstation - zwischen TV-Kamera und Theaterbühne

Martina Döbbe

Münster - Bettina Lamprecht hat bei jeder Probe einen Mann neben sich. Einen ganz bestimmten. Einen, den sie als Patienten der Intensivstation kennengelernt hat. Er lässt die Schauspielerin, die drei Tage in der Universitätsklinik hospitiert hat, nicht mehr los. „Er hat mich wirklich sehr beeindruckt. Ich habe ihn eigentlich bei jeder Probe immer wieder vor Augen“, erzählt die 33-Jährige, wenn sie von den Vorbereitungen für „Somnia“ erzählt.

Das neue Stück - Nachfolgeprojekt der „Halbstarken Halbgötter“ - führt die Zuschauer auf die Intensivstation. Sie blicken hinter die Tür, die sonst Außenstehenden jeden Zutritt verwehrt. Was passiert dort? Was erleben Menschen zwischen Leben und Tod? Regisseur Tug­sal Mogul, selbst Arzt an der Raphaelsklinik, möchte zusammen mit seinem „Theater Operation“ diese Tür aufstoßen. Viele Gespräche mit Betroffenen sind diesem Projekt vorausgegangen; sie haben erzählt, woran sie sich erinnern, was sie mit ihrer Zeit auf der Intensivstation verbinden.

Bettina Lamprecht pendelt für dieses Projekt zwischen zwei Welten. Am Freitag zum Beispiel steht sie in Köln für die Satire der „ZDF-Heute-Show“ vor der Kamera. Erst Proben, dann Aufzeichnung vor Publikum, dann Ausstrahlung um 22.30 Uhr. Anschließend geht es zurück in Münsters Hoppengarten. Dort wohnen die Schauspieler für die Zeit ihres Einsatzes, dort proben sie täglich acht bis zehn Stunden.

Bettina Lamprecht ist dann wieder die „Patientin Lamprecht“. Jeder tritt auf der Intensivstation unter seinem eigenen Namen als Patient auf. Und jeder verkörpert nicht nur eine Geschichte. „Viele, ganz verschiedene Erlebnisse, Grenzerfahrungen und Diagnosen fließen in jedem einzelnen zusammen“, verrät die 33-Jährige ein bisschen von dem, was den Zuschauer erwartet. Trotz Tod und Sterben - „Somnia“ soll weder „depressiv noch niederdrückend“ sein. Aber das Stück möchte anregen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, bewusst den Tod nicht aus dem Leben auszublenden.

Wie schnell man selbst Patientin werden kann, die in Berlin lebende Schauspielerin hat es in Münster ausgesprochen schmerzlich erfahren. Bei einer der letzten Proben ist sie gestürzt - Nase gebrochen, Blutergüsse und Schwellungen im Gesicht. „Dabei habe ich noch mal total viel Glück gehabt. Das hätte böse enden können“, sagt Bettina Lamprecht. Sie hat am nächsten Tag weitergeprobt und bis zur Premiere am 24. November ist alles abgeheilt.

Die Premiere übrigens ist bereits ausverkauft. Auch für die anderen Vorstellungen läuft die Reservierung gut an, es gibt aber noch Karten für den 25. , 26. und 27. November sowie für den 1., 2., 3. und 4. Dezember. Beginn jeweils um 20 Uhr im Pumpenhaus.

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