1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Bezirk 4: Piusallee - Parkdruck im grünen Viertel

  6. >

Wahlbezirke

Bezirk 4: Piusallee - Parkdruck im grünen Viertel

Günter Benning

Münster - Es gibt nicht viele Menschen im Wahlbezirk Pius­allee, die dort nicht freiwillig wohnen. Die Wohnsituation derer, die es nicht tun, wird nicht bei der Kommunalwahl entschieden, sondern von die Finanzlage des Landes. Der Umbau der Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße steht seit Langem auf der Wunschliste.

Für die direkten Anlieger ist immerhin eines schon geregelt: Der Baustellenverkehr soll über die Gartenstraße erfolgen - und nicht die Ruhe im Wohngebiet stören.

Mit 7800 Wahlberechtigten gehört der Wahlkreis 4 zu den größten der Stadt. Räumlich umfasst er ein Gebiet, durch dessen Mitte sich die ganze Piusallee zieht und das durch Promenade, Warendorfer Straße, Kaiser-Wilhelm-Ring, Eisenbahn, Mecklenburger Straße und Hoher Heckenweg begrenzt ist.

Probleme? „Der Parkdruck vor allem am Finanzgericht und an der Erphokirche“, fällt CDU-Wahlkreiskandidat Robert Otte gleich ein. Verkehrsdichte am Ring, zugeparkte Straßen im Bereich der Warendorfer Straße - das sind die Ärgerthemen der Gegend, nachdem unlängst ein Zwist über Lärmschutz an der Bahn beigelegt wurde.

In diesem gutbürgerlichen Viertel, findet SPD-Kandidat Joachim Tonn, fehle es allerdings an nicht-kommerziellen Angeboten für Jugendliche. Deutlich geworden sei das auch nach einem dramatischen Totschlags-Fall vor geraumer Zeit. Die Täter: Jugendliche aus dem alten Schlachthofgelände.

Zukunftsthema wird auch das verdichtete Bauen in diesem sehr grünen Stadtteil sein. An der Goldstraße hat sich eine Wohnungsgesellschaft Ärger bei ihren Mietern eingefangen, als sie durch Abriss und Neubau ein 1700 Quadratmeter-Grundstück besser nutzen wollte. „Ein sensibler Punkt, Kleinode werden geschützt“, sagt FDP-Kandidat Bernd Mayweg. Neue Bebauung dürfe trotz Verdichtung nicht den Charakter des Viertels zerstören.

Wie mans richtig gut machen kann, zeigt das Baugebiet an der Stolbergstraße, wo in fußläufiger Entfernung von der Innenstadt familienfreundliches Wohnen realisiert wurde.

Was Kommunalpolitiker wie Robert Otte umtreibt, ist der Erhalt der Infrastruktur im Viertel. Zwei Postfilialen gibt es noch: „Die müssen erhalten bleiben.“

Startseite