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Bezirk 7: Mauritz-Mitte - Mega-Baustelle im Anmarsch

Lukas Speckmann

Münster - Trügt der Eindruck - oder haben die Münsteraner immer noch nicht so ganz begriffen, was da auf sie zurollt? 2010 soll der lange angekündigte Ausbau des Dortmund-Ems-Kanals auf der Stadtstrecke Münster beginnen.

Die größte Baustelle der Nachkriegszeit wird Spuren hinterlassen: Der Naherholungsbereich Kanalufer fällt erst mal der Buddelei zum Opfer, Lärm und Dreck werden die Anwohner ganz schön nerven, und wie das mit dem Verkehr beim Neubau der vielen Brücken funktionieren soll, mag sich auch noch keiner vorstellen.

Kaum ein innerstädtischer Wahlbezirk wird das so zu spüren bekommen wie Mauritz-Mitte, dessen ruhige Wohngebiete direkt ans Kanalufer grenzen. Und tatsächlich war es hier, wo den Planern des Wasser- und Schifffahrtsamtes ein einziges Mal ein scharfer Bürgerprotest ins Gesicht geweht hat - als die nämlich eine Prozessionswegbrücke bauen wollten, die niemand leiden konnte.

Die Kompromissbrücke wurde allerdings ohne Murren akzeptiert - vielleicht, weil man von ihrem Geländer immer noch ins Wasser spucken kann...

Mauritz-Mitte besteht aus drei Teilen, die zwar aneinander grenzen, sich aber nicht sehr viel zu sagen haben. Da ist zum einen das gediegene Viertel rund um die Dechaneischanze, eine Vorzugsadresse. Dann das alte Erphoviertel mit seiner eigentümlichen Mischung aus Prachtarchitektur, Genossenschaftsbauten und Hinterhofkultur. Schließlich noch ein großer Batzen des Ost- oder Hansaviertels rund um den Zum­san­deplatz; ein Innenstadtquartier, das durchaus schon die Nähe zum Bahnhof spüren lässt.

Die verbindende Achse ist die Warendorfer Straße, die es als eine der wenigen Einfallstraßen Münsters zu einer ausgeprägten Straßenkultur gebracht hat, um die sie von Hammer oder Grevener Straße ein bisschen beneidet wird. Nette Kneipen, Kino, Lädchen - eine urbane Gegend mit klassischen Reizthemen wie Parkplätzen, Durchgangsverkehr oder Sozialstruktur.

Umso aufmerksamer richtet sich das kommunalpolitische Interesse auf das benachbarte Guttermann-Gelände am Schifffahrter Damm, wo ein Einkaufszentrum im Entstehen begriffen schien - und von einem Sturm der Entrüstung scheinbar aufgehalten wurde. Ob darüber das letzte Wort schon gesprochen wurde, scheint niemand so recht zu glauben.

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