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Bezirksregierungen der Nazizeit erforscht

Münster . Die beiden Regierungspräsidenten Kurt Matthaei und Kurt Klemm, die zu Zeiten des Nationalsozialismus an der Spitze der Bezirksregierung in Münster standen, haben das „Aufweichen der professionellen Standards“ in der Behörde hingenommen...

Stefan Werding

Münster - Die beiden Regierungspräsidenten Kurt Matthaei und Kurt Klemm, die zu Zeiten des Nationalsozialismus an der Spitze der Bezirksregierung in Münster standen, haben das „Aufweichen der professionellen Standards“ in der Behörde hingenommen, indem sie Schlüsselpositionen in der Verwaltung lieber überzeugten Nazis als anerkannten Experten anvertrauten. Dadurch haben sie früh und umfassend die Nazifizierung der Beamtenschaft und das Eindringen von NS-Aktivisten erreicht. Das geht aus einem Vortrag hervor, den Hedwig Schrulle am Mittwoch in der Bezirksregierung zum Thema „Verwaltung in Diktatur und Demokratie“ gehalten hat. Die Referentin hat die Behörde in Münster mit der in Minden verglichen, um herauszufinden, „welche Faktoren die Entscheidungsprozesse im Kräftefeld von Verwaltung, politischer Führung, Interessengruppen und behördlicher Klientel beeinflussten“. Ihr Ergebnis: Die Regierungspräsidenten von Münster haben während der Hitler-Zeit „durch eigene verschärfende Initiativen und durch ein repressives Verwaltungshandeln zunächst gegenüber den politischen Gegnern, seit 1935 aber auch gegenüber der Gesamtbevölkerung den disziplinierenden Herrschaftsanspruch des NS-Regimes vorbehaltlos mitgetragen“.

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