1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Bibelsprüche auf der Gießkanne

  6. >

Kirchenjubiläum St. Anna

Bibelsprüche auf der Gießkanne

wn

Neuenkirchen. Das Jubiläumsjahr „Leben in Fülle“ neigt sich dem Ende zu, begrüßte Pastoralreferent Jürgen Hagemann die Teilnehmer zur diesjährigen Pfarrversammlung von St. Anna und St. Josef. „Die heutige Veranstaltung ist die Nummer 76 von 105 in diesem Kirchenjahr.“

Auf dem Neuenkirchener Friedhof soll es demnächst auch einen muslimischen Teil geben. Außerdem wird über eine Gedenk-Stele für früh oder im Mutterleib verstorbene Kinder nachgedacht. Solche Gedenkstätten gibt es bereits in Rheine und Wettringen; in Neuenkirchen soll die Stele in der Nähe der Kapelle stehen. Die letzten vorhandenen Kindergräber sollen voraussichtlich bleiben, obwohl sie laut Friedhofsordnung nach über 50 Jahren ausgelassen werden dürften. Darüber berichtete Pastor Michael Langenfeld.

„Der Friedhof macht Fortschritte“, sagte Langenfeld. „Die Wasserleitungen sind verlegt, die letzten Wasserhähne werden montiert.“ Die Gießkannen bekommen besondere Aufkleber: Sprüche aus der Bibel, die mit Auferstehung zu tun haben. „Damit schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: Erstens hat der Tod im Grab immer etwas mit Auferstehung zu tun, zweitens kann jeder sehen, wohin die Gießkanne gehört, nämlich nicht in den eigenen Vorgarten“.

Auf dem neuen Teil des Friedhofs wird derzeit der Grundriss geplant - wo die Wege entlang führen, wo Bäume gepflanzt, Einzel-, Doppel- Urnen- oder Rasengräber geplant werden. Immerhin gibt es acht verschiedene Grabtypen, die berücksichtigt werden müssen. Die Priestergräber werden verlegt in das neue Zentrum des vergrößerten Friedhofs, in die Kreuzung von Eichenweg und Buchenstraße. Die Priester-Epitaphe sollen um ein neues Denkmal positioniert. Welches genau - ob ein Kreuz, eine Pieta oder etwas anderes - daran sollen auch die Gemeindemitglieder mitdiskutieren und -entscheiden dürfen. „Ein Friedhof ist auch ein Ort der Verkündigung der Frohen Botschaft ohne Worte. Daher sind Kunstwerke darauf wichtig“, betonte Langenfeld. Der freie Platz der abgerissenen Berufsschule neben der Kapelle wird zunächst frei gehalten. Da bei nicht-christlichen Beerdigungen ohne anschließendes Requiem in der Pfarrkirche eine Trauerfeier auf dem Friedhof länger dauert und für größere Gruppen zu klein sein wird, werden derzeit Lösungsmöglichkeiten diskutiert.

Fragen kamen natürlich zum Thema: Was ist los im Oktogon der Kirche und wie lange bleibt es eine Baustelle? Seit Montag wird ein frei stehendes Gerüst aufgebaut mit einer Plattform hoch oben, auf dem die Restaurateure sich bewegen können. Da dann auch keine Gegenstände mehr herunterfallen können, wird der Altar voraussichtlich bis zum kommenden Sonntag wieder für Messfeiern freigegeben. Wie lange es dauern wird? „Das weiß nur der liebe Gott“, sagte Pastor Langenfeld. „Die Experten müssen prüfen, ob die Risse nur im Putz oder auch im Mauerwerk sind. Und: Die Denkmalbehörden sitzen mit im Boot. Sie wissen ja: Je mehr Behörden involviert sind, desto länger dauert es“. Die Vermutung, die Schäden seien mit der Installation der neuen Beleuchtung gekommen, verneinte er. Eher sah er Witterungseinflüsse, ständiger Wechsel zwischen warm und kalt. „Bedenken Sie, das Gebäude ist 111 Jahre alt.“

Vor der Pfarrversammlung hatten vier Priester, die mit St. Josef eng verbunden sind, den Jubiläumsgottesdienst konzelebriert: Pater Heinrich Preun, Pastor Michael Langenfeld, Kaplan Michael Ehrle und Vicarius Cooperator Pater Daniel Kostowski. In seiner Predigt betonte Michael Langenfeld, dass die 50-jährige Kirche nicht nur eine aus Stein und Glas sei, sie sei eine Kirche aus Fleisch und Blut, von Menschen, die den Glauben leben.

„Wir machen nicht den Glauben, er wird uns geschenkt. Glaube braucht Gemeinschaft, Zuhören, so wie es der hörende St. Josef tut, der auf dem Ambo dargestellt ist. Und braucht das weitersagen der Frohen Botschaft, wie es die Kirche in St. Arnold mit ihrem weithin sichtbaren Kreuz tut. Seien wir dankbar für ein so einladendes Gotteshaus, das wir seit 50 Jahren haben“. Musikalisch sorgte der Frauenchor „Querbeet“ für einen feierlichen Rahmen des Hochamts.

Startseite