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Bischof Genn bittet Missbrauchsopfer um Vergebung

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Münster/Spelle/Essen - Bischof Felix Genn hat „alle Opfer der entsetzlichen sexuellen Übergriffe von Herzen um Vergebung“ gebeten. Vor mehreren Hundert Priestern, die sich am Montag im Dom zu Münster zur Weihe der heiligen Öle versammelt hatten, sprach der Bischof von „tiefer Erschütterung, Beschämung und Schmerz“, die ihn in Gegenwart seines Presbyteriums bewegten. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bistums hervor. In einem eigenen Bußakt, der am Beginn des Pontifikalamtes stand, sagte er: Das Leid der Opfer sei „unsäglich, ihre Wunden tief“. Auch die Kirche sei „durch diese schändlichen Vergehen schwer verletzt, ihr Antlitz entstellt, unser Zeugnis verdunkelt“ worden. Die eigentliche Vergebungsbitte leitete der Bischof mit den Worten ein: „Wir können allein an die Barmherzigkeit Gottes appellieren, ihn um Vergebung, Reinigung und Heilung bitten.“ In seiner Predigt zeigte sich Genn „erschüttert“ über das „Ausmaß von Verwüstung in den Herzen und Seelen von jungen Menschen“, gerade wenn es durch Priester und Ordensleute angerichtet worden sei. Sich dem zu stellen, sei ein höchst schmerzlicher, aber notwendiger Prozess der Reinigung. Angesichts der Fälle von sexuellem Missbrauch durch Geistliche denke er an die zahlreichen „treuen Mitbrüder“, die redlich ihren Dienst versähen und jetzt die Erfahrung machten, einem Generalverdacht ausgesetzt zu sein. Viele seien deshalb auch persönlich verletzt: „All dies zeigt mir das Ausmaß der Zerstörung, die Schuld und Versagen anrichten können.“ Unterdessen wurden zwei weitere Fälle bekannt. Ein Geistlicher aus dem emsländischen Spelle hat gegenüber dem Bischof von Osnabrück, Franz-Josef Bode, Missbrauch zugegeben und sich der Staatsanwaltschaft gestellt. Auch das Bistum Essen hat einen heute 79 Jahre alten Priester wegen Missbrauchsvorwürfen beurlaubt. Gegen den Geistlichen sei eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet worden.

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