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Bischof sorgt für Paukenschlag: Drei Pfarrer sollen für Fusion gehen

Dierk Hartleb

Ahlen - Mit einem Paukenschlag hat Bischof Felix Genn den notdürftig wiederhergestellten Frieden in den Gemeinden St. Bartholomäus und St. Bonifatius beendet. In einem Schreiben an die Gläubigen der beiden Gemeinden und der St. Marien-Kirchengemeinde, das am Wochenende in den Gottesdiensten verlesen wurde, teilte Genn mit, dass er die Pfarrer Lüke, Feldmann und Könning gebeten habe, in den nächsten Tagen ihre Ämter zur Verfügung zu stellen.

Er sei nach reiflicher Überlegung zu dem Schluss gekommen, dass es das Beste ist, wenn die Gemeinden den Prozess, eine Seelsorgegemeinschaft zu bilden und weitere Kooperationsschritte zu gehen, mit einem gemeinsamen neuen Pfarrer gestalten sollten.

Einen genauen Zeitpunkt für die Zusammenlegung der Pfarrgemeinden zu einer Stadtpfarre nennt Genn noch nicht. Das setze voraus, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um ein Seelsorgekonzept zu erarbeiten. Die Fusion - dieses Wort vermeidet Genn in seinem Hirtenbrief - solle gewährleisten, dass ein aktives Gemeindeleben auch in der größeren Pfarre möglich ist. Abschließend bietet der Bischof noch seine Unterstützung bei der Erarbeitung eines Immobilienkonzeptes an.

Nach der Verlesung des Briefes durch Pfarrer Hermann Walgarn in der Bartholomäuskirche verlas Hermann Tripp als Mitglied des Pfarrgemeinderates eine Erklärung, in der der Vorstand des Gremiums seine Empörung über das Vorgehen Münsters zum Ausdruck bringt. „Wir sind überrascht und konsterniert“, sagte Tripp. Nach den Gesprächen mit dem Generalvikariat im Frühjahr habe man geglaubt, auf einem guten Weg zu sein. Das jetzige Vorgehen stehe im eklatanten Widerspruch zu den bisher getroffenen Vereinbarungen.

„Das ist ja wie im Mittelalter“, empörte sich ein Kirchgänger nach der Morgenmesse. „Wofür brauchen wir eigentlich noch die Amtskirche?“, fragte ein anderer. Andere sorgten sich um den Fortbestand der Kinder- und Jugendarbeit. Matthias Könning hatte von den Absichten Münsters am Donnerstag erfahren und sah sich außerstande zu einer Stellungnahme. Er will sich mit seinem Amtsbruder Martin Feldmann beraten, der noch in Urlaub weilt.

Aus Protest befestigten Mitglieder der Gemeinde über dem Westportal ein Transparent mit der Aufschrift „Kirchenmacht macht machtlos!?“.

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