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Blu-ray-Video auf dem Weg zum Massenmarkt – Zweifel bleiben

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Berlin – Nach Jahren des Nischendaseins setzt die DVDNachfolgetechnik Blu-ray zum Sprung in den Massenmarkt an. Günstigere Abspielgeräte und ein rasant wachsendes Angebot an Filmen sollen dem Heimkino in hoher Auflösung am besten noch in diesem Weihnachtsgeschäft den Durchbruch bringen. Den Startschuss für die neue Offensive in Deutschland gibt die Berliner Funkausstellung IFA (29.8. bis 3.9.). Die Branche frohlockt schon jetzt, die Blu-ray Disc breite sich schneller aus als seinerzeit die heute dominierende DVD.

Doch trotz des Sieges über das Konkurrenz-Format HD DVD Anfang des Jahres sind die Zweifel an der Zukunft der Blu-ray nicht aus der Welt. Die schwächelnde Konjunktur und steigende Alltagspreise lassen die Verbraucher sparsamer werden, Video gibt es immer häufiger auch direkt zum Download ohne irgendein Speichermedium – und zudem versprechen die Hersteller neuer DVD-Player, dank technischer Kniffe auch aus den herkömmlichen Videoscheiben nahezu HD-ähnliche Bilder herauszukitzeln. Ob die Verbraucher in der Masse bereit sind, unter diesen Umständen auf die Blu-ray Disc umzusteigen, ist die entscheidende Frage für die nächsten Monate.

Die Vermarktungsmaschine der Industrie läuft jedenfalls auf Hochtouren. Praktisch jeden Tag werden neue Blu-ray-Titel angekündigt. Neben Neuheiten werden immer mehr auch beliebte alte Streifen in der besseren Bildqualität herausgebracht. Ob „Casablanca“, Disney's „Dornröschen“ oder alte James-Bond-Filme - alles kommt in verbesserter Bildqualität auf die neuen Scheiben. Die Rolle der „alten Schinken“ ist nicht zu unterschätzen: Schon bei der Einführung von CD und DVD hatten Plattenfirmen und Filmstudios ihre Kataloge versilbern können.

Gerade darauf setzt der japanische Hersteller Toshiba, der mit seinem gescheiterten Blu-ray-Rivalen HD DVD Milliarden versenkte. Wenige Tage vor der IFA stellte Toshiba in den USA einen Player vor, der mit einer Bildbearbeitungs-Technologie namens XDE (eXtended Detail Enhancement) noch besser als bisherige ähnliche Geräte herkömmliche DVDs auf HD-ähnliche Qualität hochrechnen soll. Der Clou: Das Gerät soll in Amerika nur 149 Dollar kosten und damit viel weniger als der billigste Blu-ray-Player. Ob auf der IFA ein solches Gerät auch für Europa vorgestellt wird, will das Unternehmen nicht explizit sagen, verspricht aber in der Messe-Einladung schon mal eine neue DVD-Technologie mit „atemberaubender Bildqualität“.

Rund drei Jahre nach dem Start ist der Marktanteil der Blu-ray hierzulande noch redlich gering – auch wenn konkrete Daten meist aus mehreren Quellen zusammengepuzzelt werden müssen. So wurden der Bluray-Industriegruppe zufolge bis Mitte des Jahres 500 000 Filme des neuen Formats in Deutschland verkauft. Die DVD schlug dagegen in den ersten sechs Monaten 2008 mit 43,8 Millionen Scheiben knapp den drei Jahre alten bisherigen Verkaufsrekord, wie der Bundesverband Audiovisuelle Medien errechnete.

Im Riesenmarkt USA, wo die Format-Schlacht zwischen Blu-ray und HD DVD letztlich entschieden wurde, hat das neue Medium bei Neuerscheinungen auf dem Videomarkt laut Marktforschern inzwischen einen Anteil von etwa zehn Prozent. Zugleich gab in einer Umfrage nicht einmal jeder zehnte Besitzer HD-tauglicher Fernsehgeräte an, in den kommenden sechs Monaten ein Blu-ray-Abspielgerät kaufen zu wollen.

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