1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Bond-Mission: Inspiration

  6. >

LenzBlog

Bond-Mission: Inspiration

wn

<1>Das Bond-Bild hat sich schon immer gewandelt: Sean Connery war zynisch drauf, Robert Moore der perfekte Ironiker, Timothy Dalton als Gentleman eher verkniffen. Dann, nach dem Ende des Kalten Kriegs, kam Mitte der 90er Brosnan als postmoderne Neuerfindung: lässig, selbstironisch, charmant, einer Frau unterstellt. Schon immer war 007 ein Produkt seiner jeweiligen Zeit. Und jetzt? Daniel Craig, der smarte Brite mit dem durchtrainierten Putin-Look? Wieder wird vieles anders.

Gehen wir aber noch mal zurück in die gute alte Bond-Zeit, an die man immer noch denkt, wenn man Bond meint. Erinnern wir uns an die „Gimmicks“ oder „Gadgets“, also jene Wunderwaffen oft hosentaschentauglicher Größe, mit denen Bond sich aus tödlichen Situationen heraustrickste: Schon Kinder, die Bond eigentlich gar nicht sehen durften, waren davon inspiriert. Kein Wunder, dass den 80ern eine für Kinder geeignete Fernsehserie namens „Inspector Gadget“ entsprang, in der ein Polizist praktisch nur aus Gadgets bestand.

<2>Denken wir an die legendären Stunts und Verfolgungsjagden zu Lande, zu Wasser und in der Luft: Seit den frühen 60ern müssen sich alle Actionfilme in dieser Hinsicht am Bond-Standard messen lassen. Die aufgeplusterten Hatzen aus den „Mission: Impossible“-Agentenfilmen und der gleichnamigen, 1966 im Bond-Windschatten geschaffenen Serie, wären ohne 007s Vorlagen gar nicht denkbar. Vin Diesels halsbrecherische Ski-Abfahrt im Krawumm-Spionfilm „Triple X“ wirkt wie direkt aus der Bond-Serie hereinkopiert.

Und dann erst die Parodien. Was viel parodiert wird, muss Relevanz haben, und da Bond schon sehr früh quasi als Synonym für das ganze Agentenfilmgenre galt, ist er für zahllose „spoofs“ (Parodien) verantwortlich. Das begann schon 1964, zwei Jahre nach „Dr. No“, mit der absurden Spionageserie „Solo für ONCEL“, die Bond-Schöpfer Ian Fleming mitkonzipierte.

<3>Kein Martini wird bestellt, keine „Bond, James Bond“-Vorstellung erklingt. Selbst Sex mit seinen Girls hat Bond jetzt nicht mehr. Dafür kommt er aus Trauer über den Tod seiner Freundin – an „Casino Royale“ wird unmittelbar angeknüpft – einer Rohstoffverschwörung auf die Spur. Nur deshalb hetzt er um die Welt, wie gehabt. Immerhin das ist geblieben.

Startseite