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Turntablerockers im Heaven

Boogie in der DJ-Kanzel

Marie Rövekamp

Münster - Hip-Hop im Heaven? Eine ungewöhnliche Kombination. Mit dem DJ-Duo „Turntablerockers“ hatte der Club am Samstagabend zwei Künstler vor dem Mischpult, die ursprünglich aus der Stuttgarter Hip-Hop Szene stammen. Gemeint sind Thomilla und Michi Beck - besser bekannt als „Hausmarke“ von den Fantastischen Vier.

Wie sie ihr eigentliches Genre mit elektronischen Beats untermalen, zeigten die beiden zum Beispiel mit einem Remix des Oldschool-Hit „Shimmy Shimmy Ya“. Wie sie ihre Musik definieren: Electronic Wildstyle. Vor dem DJ-Pult wechselte daher auch immer mal wieder der Tanzstil des Publikums: Gerade gingen die Besucher noch lässig in die Knie, kurz darauf bewegten sie Kopf und Arme im Sekundentakt vor und zurück. Aber trotz des ungewohnten Musikstils blieben die Besucher ihrem Dresscode treu: Von Baggys und Boots keine Spur.

Bereits in den 90er Jahren setzte sich das Stuttgarter Duo das Ziel, gegen den Strom der Techno-Playlists zu schwimmen. Mit ihrem Mix aus Hip-Hop, Soul und R&B formulierten sie einen eigenen Begriff von Feiermusik. Der Name: clubbiger Groove. Schon während der Karriere von Michi Beck bei Fanta 4 kannten sich die beiden Musiker aus Thomillas Plattenladen. Ihr gemeinsamer Weg begann 1996.

Fünf Jahre später veröffentlichten sie ihr erstes Album mit dem Titel „Classic“, das in den deutschen Charts direkt von 0 auf 17 schoss. Das Duo beschreibt die Platte als „Hip-Hop-orientierten Boogie zwischen Hip-Hop und House“. Kritiker nannten die Tracks eher Dancefloor-Hits à la Fatboy Slim - der Erfolg gab Thomilla und Michi Beck Recht.

Obwohl das Publikum auf den Auftritt des Duos am Coconut Beach verzichten musste, heizten sie das Heaven ab ein Uhr ordentlich ein. Mal prostete Michi Beck der Menge zu, mal wedelte sein Kollege mit einem T-Shirt durch die Luft. Still stehen konnten sie nicht - ebenso wenig wie die Meute vor ihnen.

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