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USC Münster

Brink-Abeler und Borger baggern nicht mehr

Münster - Ende eines Abenteuers: Rieke Brink-Abeler und Karla Borger (USC Münster) sind als Beachvolleyball-Team Geschichte. Gestern gab Brink-Abeler die bereits vollzogene Trennung bekannt. Es war nur eine kurze Liaison im Sand - erst im Mai hatte...

Wilfried Sprenger

Münster - Ende eines Abenteuers: Rieke Brink-Abeler und Karla Borger (USC Münster) sind als Beachvolleyball-Team Geschichte. Gestern gab Brink-Abeler die bereits vollzogene Trennung bekannt. Es war nur eine kurze Liaison im Sand - erst im Mai hatte das Duo sein erstes Turnier gespielt. Der ambitionierte Versuch, sich in kurzer Zeit international zu etablieren, schlug gründlich fehl. Auf den Turnieren der Weltserie packten Brink-Abeler und Borger fast immer schon nach der nationalen Ausscheidung die Koffer.

Brink-Abeler, die Münsteranerin, beschrieb die Trennung gestern als „völlig undramatisch. Wir haben gespürt, dass es so nicht weitergeht, also war dieser Schlussstrich nur konsequent. Karla kehrt möglicherweise zu ihrer alten Partnerin zurück. Bei mir ist noch alles offen. Vielleicht greife ich noch einmal an, vielleicht aber auch nicht. Ich brauche Zeit, um diese Entscheidung zu treffen.“

Nach den vielen Enttäuschen auf der World Tour hatte Brink-Abeler bis zuletzt gehofft, dass Borger ihren Lebensmittelpunkt nach Münster verlegen würde: „Weil unser Coach Christoph Kesselmeier hier zu Hause ist, und weil wir hier optimale Trainingsbedingungen vorfinden.“ Borger habe ihr jedoch zu verstehen gegeben, dass sie sich in Stuttgart wohler fühle. Damit sei die Sache entschieden gewesen. „Wenn Karla nach Münster gekommen wäre, hätte ich uns noch ein Jahr Zeit gegeben, so aber machte es keinen Sinn mehr“, erklärte Brink-Abeler.

Die 29-Jährige möchte nicht nachkarten, schon gar keine Vorwürfe erheben. „Ich bin ihr nicht böse, Karla ist eine liebe und nette Person, es hat mit uns ganz einfach nicht gepasst.“ Natürlich hat Brink-Abeler nach den Ursachen geforscht. Und glaubt, dabei auch fündig geworden zu sein. „Für mich war Beachvolleyball immer mehr Arbeit als Spaß, ein richtiger Job halt. Karla ist noch jung, vielleicht sieht sie die Dinge ein wenig anders.“ Vielleicht sind Brink-Abeler und ihre neun Jahre jüngere Ex-Partnerin aber auch ganz einfach über ihr eigenes Tempo gestolpert. Brink-Abeler räumt dies ein: „Es war wohl ein Fehler, gleich auf die Weltserie zu gehen. Vermutlich wäre es besser gewesen, zunächst die nationalen Turniere zu spielen.“

Brink-Abeler und Borger sind als Duo Geschichte, die noch ausstehenden Wettbewerbe der Weltserie in China und Thailand bestreitet die Münsteranerin mit Claudia Lehmann - auch die hat sich just von ihrer Partnerin getrennt. Dass Lehmann und Brink-Abeler über einen längeren Zeitraum gemeinsame Sache machen könnten, ist eher unwahrscheinlich, weil Erstgenannte in Österreich lebt.

Rieke Brink-Abeler ist unschlüssig: Soll sie ihr Medizinstudium zu Ende bringen? Oder im Beachvolleyball noch einmal angreifen? Eigentlich möchte sie noch nicht loslassen. Aber: „Keine halben Sachen. Wenn ich weitermache, dann richtig, mit Vollgas“, sagt sie.

Mit Karla Borger wollte sie zu den Olympischen Spielen nach London. Das war der Plan, Brink-Abelers großer Traum. Vielleicht lässt er sich doch noch erfüllen - mit einer anderen Partnerin.

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