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Büring als Teilzeitarbeiter

Wilfried Sprenger

Münster. Der USC Münster hat harte Zeiten hinter sich. Und vermutlich auch noch vor sich. Finanziell geht der deutsche Volleyball-Rekordmeister am Stock. Und sportlich ist die Not ebenfalls groß angesichts der aktuellen 4:20-Punktebilanz in der Damen-Bundesliga. So etwas kann schon einmal in die Depression führen.

Tatsächlich haben die Unabhängigen vor der Jahreswende verdächtig gewackelt. Besonders weh tat die Niederlage gegen Sonthofen, das bis dahin noch kein Auswärtsspiel im Oberhaus gewonnen hatte. Knapp 1500 Fans schlichen an diesem tristen November-Tag ziemlich bedient und völlig ratlos heim. Nur 742 wurden jüngst während der Begegnung mit dem Schweriner SC gezählt.

Vielleicht kamen nur die treuesten Anhänger, weil niemand Münster etwas zutraute. Doch dann schwang sich die Mannschaft, besser, dass was nach vielen Ausfällen von ihr verblieben war, zu einer Leistung auf, die Anerkennung und Respekt erzwang. Tatsächlich fehlte nicht viel und das Team der Namenlosen hätte den haushoch favorisierten Titelkandidaten auf die Knieschoner gezwungen. Und weil der USC nun auch in Dresden überzeugte, ist er trotz der Niederlagen irgendwie zurück. Ja, Münster wird in der Szene wieder wahrgenommen. Und auch in der Stadt wird wieder über den Verein, der einst ihr großer Stolz war, gesprochen.

Das ist auch deshalb von Bedeutung, weil es sich demnächst am Berg Fidel richtig ballt. Sonntag kommt Spitzenreiter Vilsbiburg, eine Woche später der Tabellendritte Dresden und in 14 Tagen der Fünfte Suhl. Wohlklingende Vertreter der Pritsch- und Baggerzunft, die unter den heimischen Fans für neue Bewegung und am Berg Fidel für volle Tribünen sorgen könnten. Dies auch, weil der USC (endlich) wieder mitspielt.

Rechtzeitig zur kleinen Heimspiel-Serie kehrte Cheftrainer Axel Büring gestern nach zweiwöchiger Zwangspause zur Mannschaft zurück. Das lädierte Knie benötigt zwar noch immer Schonung, „doch halbe Tage darf ich wieder arbeiten“ (Büring). Mit Thomas Holthaus und Til Kittel stehen dem 41-jährigen Teilzeitarbeiter weiterhin jene Leute zur Seite, die die Dinge zuletzt vorzüglich organisierten und regelten.

Büring ist wieder da. Noch in den nächsten Tagen könnte sich die prekäre Personal-Situation weiter entspannen. Libera Lisa Thomsen möchte schon gegen Vilsbiburg wieder am Ball sein, im Fall von Angreiferin Anika Brinkmann hat Büring „Hoffnung auf Kurzeinsätze.“ Und dann kommt ja bald auch Anna Maycock aus Australien zurück. In der Partie gegen Dresden wird die 26-Jährige wieder zum Kader gehören.

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