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CH-53-Hubschrauber nach Beschuss sicher gelandet

Rheine. Die Bundeswehr will die durch den Afghanistan-Einsatz stark belasteten CH-53-Transporthubschrauberregimenter entlasten. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, um andere Hubschraubertypen in Afghanistan in den Einsatz zu bringen“, sagte ein Sprecher im Bundesverteidigungsministerium. Man sei im Gespräch mit der Industrie, um Optionen auszuloten. Das Verteidigungsministerium...

wn

<1>Rheine. In Afghanistan sind zwei CH-53-Hubschrauber beschossen worden.

Wie das Einsatzführungskommando in Potsdam mitteilte, ereignete sich der Vorfall, bei dem niemand verletzt wurde, am späten Mittwochnachmittag. Die deutschen Transporthubschrauber seien südwestlich des Regionalen Wiederaufbauteams (PRT) Kunduz mit Handwaffen beschossen worden.

Die Hubschrauber waren unterwegs auf dem Weg von Kunduz nach Mazar-e Sharif. Nach dem Beschuss hatten sich die Besatzungen für die Rückkehr zum PRT Kunduz entschieden.

Die Hubschrauber sind dort mit leichten Schäden gelandet. Soldaten wurden nicht verletzt.

Unterdessen will die Bundeswehr die durch den Afghanistan-Einsatz stark belasteten CH-53-Transporthubschrauberregimenter entlasten. „Wir prüfen alle Möglichkeiten, um andere Hubschraubertypen in Afghanistan in den Einsatz zu bringen“, sagte ein Sprecher im Bundesverteidigungsministerium. Man sei im Gespräch mit der Industrie, um Optionen auszuloten.

Das Verteidigungsministerium reagierte damit auf die Kritik aus den beiden CH-53-Regimentern in Rheine und im schwäbischen Laupheim. Die Bordbesatzungen der beiden Transporthubschrauber-Verbände sind seit Jahren in den Auslandseinsätzen der Bundeswehr engagiert. Nachdem Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in einem Zeitungsinterview zusätzliche CH-53-Hubschrauber für die Isaf-Truppe angekündigt hatte, machten Interessensvertreter der Heeresflieger darauf aufmerksam, dass die „personellen Ressourcen" in den beiden Regimentern erschöpft seien.

Als Ersatz für den CH-53-Transporthubschrauber sei unter anderem die Bell UH 1 D im Gespräch, hieß es im Verteidigungsministerium. Erfahrene Heeresflieger weisen indes darauf hin, dass die Bell mit einem Millionenaufwand für den Auslandseinsatz tauglich gemacht werden müsste. Panzerung und Bewaffnung würden Reichweite und Traglast erheblich reduzieren. Einige Piloten sprechen dem betagten Modell, das bei der Bundeswehr in Teilen schon ausgemustert wird, die Tauglichkeit für den Isaf-Einsatz ab. Vorteil: Für die Bell stehen ausgebildete Piloten zur Verfügung.

<2>Zudem habe die Bundeswehr noch „andere Hubschrauber“, sagte der Heeressprecher, ohne indes ein bestimmtes Muster zu nennen. Er ließ zudem offen, welche „weiteren Kooperationen“ mit der Industrie angestrebt werden sollen und in welchem Zeitfenster der CH-53-Ersatz einsatztauglich sein soll.

Unterdessen bekräftigte das Verteidigungsministerium, dass die Modernisierung der CH-53-Flotte bei den Heeresfliegern und die Ausbildung der jungen Piloten vorangetrieben werden soll. Es geben zwar keinen Nachwuchsmangel, aber derzeit zu wenig auslandseinsatzfähige Luftfahrzeugführer. Der Zahl der für den Auslandseinsatz verfügbaren Maschinen soll von 20 auf 26 erhöht werden.

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