1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Charly Weiper ist unterwegs

  6. >

Charitylauf nach Srebrenica

Charly Weiper ist unterwegs

Ansgar Kreuz

Havixbeck - „Mein Ruhepuls ist normal 36. Ich bin jetzt bei 140“, beschrieb Charly Weiper wenige Minuten vor dem Start des „Run for their lives“ am Sonntagmorgen seine Gefühlslage. Begeisterung über die riesige Resonanz und die vielfältige Unterstützung seiner Idee durch die Havixbecker mischte sich mit der Nervösität davor, was ihn auf den 1.746 Kilometern von Havixbeck nach Srebrenica in Bosnien-Herzegowina erwartet.

Kurz nach 10 Uhr gab der Bundestagsabgeordnete Karl-Schiewerling (CDU), der die Schirmherrschaft des Projekts übernommen hat, den Startschuss. 1.000 grüne Ballons stiegen in den Himmel. Dann machten sich gemeinsam mit Charly Weiper aus Havixbeck rund 300 Läufer, Walker und Wanderer auf die erste Teilstrecke bis nach Senden. Am Nachmittag ging es von dort weiter bis zum Etappenziel Lüdinghausen.

Zum Auftakt des „Run for their lives“ war in der Havixbecker Fußgängerzone eine 220 Meter lange Frühstückstafel gedeckt worden. 1.300 kleine und große Besucher ließen sich frische Brötchen, Kaffee, und Kakao schmecken. Die rund 120 Helfer wurden nicht müde, Aufschnitt, Käse und Marmelade nachzulegen. Bei so gutem Service gaben die Frühstücksgäste gerne etwas, wenn Mitglieder des Organisationsteams mit einer Spendendose in der Hand um Unterstützung für das Projekt baten.

Bürgermeister Klaus Gromöller, der sich selber unter die Läufer mischte, verglich die Initiative von Charly Weiper mit einem Stein, der ins Wasser geworfen wird und weite Kreise zieht. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass eine große Welle nach Srebrenica schwappt“, erklärte Gromöller. Er wünschte Charly Weiper viel Erfolg und Durchhaltevermögen auf den insgesamt 57 Etappen.

„Ich freue mich riesig, dass die Sache so groß geworden ist. Danke!“, rief Charly Weiper Teilnehmern, Zuschauern und Helfern zu. Havixbeck habe sein Anliegen verstanden, den Menschen in Srebrenica zu zeigen, dass sie nicht von der übrigen Welt vergessen worden seien. „Es gilt für alle Krisenherde, dass wir mehr an die Menschen denken müssen, die unter den Folgen von Krieg leiden müssen.“

Während seines Spendenlaufes sammelt der 55-jährige Friseurmeister Spenden für das Projekt „Zurück ins Leben“ des Vereins Unterstützung Osteuropa. Mit der angestrebten Summe von 80.000 Euro soll ein Therapiezentrum in Bratunac eingerichtet und finanziert werden.

„Es geht nicht um Charly Weiper, um den geht es auch, es geht um die Menschen, denen wir helfen wollen“, verdeutlichte Schirmherr Karl Schiewerling. „Anfangen ist das eine, zwei Monate durchzuhalten ist schwer“, wünschte der Bundestagsabgeordnete Charly Weiper viel Erfolg. Er versprach, ihn zwischendurch zu besuchen.

Noch während des Frühstücks meldeten sich viele Läufer, Walker und Wanderer an, um bei der ersten Etappe mit an den Start zu gehen. Nachdem Pfarrer Detlef Ruschinzik und Propst em. Robert Holtstiege den Reisesegen erteilt hatten, machten sich die Aktiven mit einer Startnummer am Trikot und einem Luftballon in der Hand auf den Weg zur Startlinie. Begleitet vom Beifall der Zuschauer setzte sich der Spendenlauf erstmals in Bewegung.

Charly Weiper lädt die Menschen ein, ihn ein Stück des Weges zu begleiten. Von Deutschland geht es über Österreich, Slowenien und Kroatien nach Bosnien-Herzegowina. Am 12. September möchte Charly Weiper das Ziel in Srebrenica erreicht haben.

Startseite