1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Coesfeld: Fischsterben gibt Rätsel auf

  6. >

Archiv

Coesfeld: Fischsterben gibt Rätsel auf

Viola ter Horst

Coesfeld - Es ist immer noch ein Rätsel, warum am Wochenende Tausende Fische in der Berkel in Coesfeld verendet sind. Die Behörden tappen im Dunkeln. Der Kreis Coesfeld lässt jetzt die am Sonntag entnommenen Wasserproben in einem Labor untersuchen, „wir hoffen auf ein Ergebnis“, sagt Dr. Johannes-Gerhard Foppe von der Umweltabteilung des Kreises.

Der Sportfischereiverein Coesfeld, der die Berkel in dem Bereich betreut, entsorgte am Montag die Fische. Fuhr mit Boot und Kescher die Berkel ab, um die Kadaver herauszuholen, von denen in der Nacht noch einmal unzählige an die Oberfläche kamen. Ein anliegender Bauer hob eine Grube aus für das Massenbegräbnis.

„Eine Tragödie“, sagt Hubert Rietmann, Vorsitzender des Fischereivereins. Er ist immer noch schockiert. Die Tiere waren in einem begrenzten Bereich des Flusslaufs in der Bauerschaft Stockum verendet.

Möglich ist, dass durch die plötzlichen starken Regenfälle ein für die Fische giftiger Stoff in den Fluss geraten ist. „Hier muss richtig was passiert sein, so einfach sterben die nicht“, meint Rietmann. Der ganze Bestand in dem Bereich sei „wohl weg“, darunter auch zentnerweise große Karpfen, seltene Exemplare und alte Tiere, die schon 25 Jahre dort lebten. „Das wird Jahrzehnte dauern, bis so etwas wieder aufgebaut ist“, sagt Rietmann. Erst im Frühjahr hatte der Verein noch 5000 Bachforellen in die Berkel gesetzt.

Ob das Labor die Ursache für das Massensterben findet, ist noch unsicher. Schließlich weiß es nicht, wonach es suchen soll. Kreis, Feuerwehr, Polizei und Fischereiverein klapperten sämtliche anliegenden Höfe und Firmen ab - ohne eine Ursache gefunden zu haben.

Startseite