1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. „Da geht die Post ab“

  6. >

Archiv

„Da geht die Post ab“

Franz Prinz

Ahlen - 31 Punkte stehen derzeit auf der Habenseite. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass es in dieser Zweitliga-Spielzeit nur zwei Absteiger gibt und der Drittletzte zwei Relegationsspiele gegen den Drittplatzierten der Dritten Liga austragen muss, noch sechs bis sieben Zähler zu wenig für Rot-Weiß Ahlen zur endgültigen Sicherung des Klassenerhaltes. Damit dieses Ziel möglichst schnell erreicht wird, wollen die Rot-Weißen am Sonntag in der schweren Heimpartie gegen den 1. FC Kaiserslautern (14 Uhr Wersestadion) möglichst einen Sieg landen, auch wenn der Druck des Siegen-Müssens noch nicht ganz so groß ist. Schließlich stehen noch zehn Spiele auf dem Programm, sind also 30 Zähler zu vergeben. „Je früher, desto besser“, ist die Marschroute für Interims-Chefcoach Bernd Heemsoth jedoch klar: „Wir wollen alles versuchen, um die Pfälzer zu besiegen.“

Seines Erachtens werden die Fans in den Genuss einer sehr emotionalen Partie kommen, „denn die Lauterer sind ja dafür bekannt, dass bei ihnen nicht nur auf dem Platz, sondern auch an der Linie ständig die Post abgeht“. Seine Spieler seien darauf eingestellt, dagegenzuhalten, „denn wir wollen Sonntag unbedingt einen Dreier holen“.

Damit dies gelingt, gab es im Laufe der Woche einige intensive Trainingseinheiten, in der neben der Abstimmung im Defensiv-Verhalten auch das Spiel nach vorne im Mittelpunkt stand. Hier zeigten die Ahlener zuletzt Schwächen. Beim 0:0 in Rostock keine, in Nürnberg (0:4) nur eine Torchance sind für einen Fußball- Zweitligisten einfach zu wenig.

Die Ahlener müssen sich deshalb einfach wieder offensiver orientieren. Gerade in den noch ausstehenden Heimspielen, jetzt gegen Kaiserslautern, anschließend gegen Aachen, Duisburg, St. Pauli, Koblenz und Fürth, haben sie es in der Hand, nicht nur ihre Fans wieder so zu begeistern wie noch in der Hinserie, sondern auch die noch nötigen Punkte zu sammeln.

Hierbei kommt für Bernd Heemsoth allerdings eine Umstellung vom aktuellen 4-3-3-System auf ein 4-4-2 mit zum Beispiel Lars Toborg und René Müller als Spitzen allein schon deshalb nicht in Frage, „weil René wegen eines grippalen Infektes am Sonntag nicht dabei sein wird“. Gut möglich allerdings, dass er im Laufe der Partie umstellt. „Wir können beide Systeme spielen, sind also auch darauf eingestellt, mal umzustellen.“

Offen ließ Ahlens aktueller Cheftrainer, ob er in der Innenverteidigung mit Dino Djulbic und Nils Döring spielen lässt und Michael Wiemann eventuell neben Baldo di Gregorio vor der Abwehr zum Einsatz kommt. „Dazu kann ich noch nichts sagen, auch deshalb nicht, weil Baldo eine leichte Wadenprellung hat und wir erst einmal abwarten müssen, ob er uns auch zur Verfügung stehen wird.“ Von seiner Mannschaft erwartet er am Sonntag „100 Prozent Lauf- und Einsatzbereitschaft, denn wir haben was gutzumachen“. Die Trainingsleistung in dieser Woche stimme ihn zuversichtlich: „Da hat man gesehen, dass alle die Niederlage weggesteckt und sich für das Spiel gegen die Roten Teufel eine Menge vorgenommen haben.“

Auch sein derzeitiger Vertreter auf der Bank, Daniel Thioune, ist zuversichtlich: „Man spürt, dass alle voll konzentriert im Training zur Sache gehen.“ Er setzt darauf, „dass wir jetzt einfach mal dran sind, auch eine der so genannten großen Mannschaften zu besiegen“. Koblenz, Osnabrück, Ingolstadt und Oberhausen hätten dies schließlich geschafft. „Warum also nicht auch wir?“

Die voraussichtliche Aufstellung: Langerbein - Busch, Djulbic, Döring, Maul - Wiemann, Di Gregorio - Book - Reus, Großkreutz - Toborg

Startseite