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Das Ding namens Halfter 

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Heute machen Mama und ich einen Ausflug. Wir dürfen durch die andere Tür raus, wodurch die Zweibeiner immer zu uns kommen. Mama meint, wir dürfen draußen auf den großen Reitplatz gehen. Von meiner Wiese aus habe ich schon mal die anderen Pferde dort gesehen. Aber die hatten einen Zweibeiner auf dem Rücken, ob das wohl Reiten ist?

Raus geht es auf jeden Fall nur mit so einem komischen Teil, was meine Mama auch oft auf dem Kopf hat. Die Zweibeiner nennen das Halfter. Ich darf nur damit raus, weil alle sonst Angst haben, dass ich weglaufen würde. Aber das will ich ja gar nicht!

Beim ersten Mal kamen gleich zwei mit dem Ding an. Die haben versucht, mich festzuhalten, doch ich habe sie immer wieder ausgetrickst, und sie konnten mich nicht fangen. Irgendwann hatte ich keine Lust mehr zu spielen und habe es mir gefallen lassen. Ich hatte ein wenig Angst um meine Ohren, doch die Zweibeiner waren ganz vorsichtig. Zuerst war es etwas komisch, und es hat gekratzt und gejuckt. Als wir dann endlich raus durften, hatte ich es schon fast vergessen.

Zuerst ging es durch einen breiten Gang. Mama hat mir erklärt, dass das die Stallgasse ist. Ich glaube, da wird man mit den Bürsten schön gemacht, wenn man Reiten geht. Dann waren wir draußen auf einem ganz großen Platz mit viel Sand. Ich bin gerannt wie der Wind und wollte auch mit meiner Mama fangen spielen, doch die hatte wohl keine Lust. Sie hat sich lieber ganz oft gewälzt. Ich habe das auch probiert, doch ich komme einfach nicht rum. Um den Reitplatz ist auch so ein doofer Zaun wie um meine Wiese, da kann man doch gar nicht abhauen. Aber von dort konnte ich die große Wiese für den Sommer und den Samson See sehen. Mama hat erzählt, dass sie mit mir im Bauch immer dort spazieren war.

Als wir nach einer Weile wieder rein mussten, haben sie mir das Halfter direkt wieder abgemacht, damit ich in der Box nicht damit hängen bleibe. Mein Halfter ist blau, wie das von meiner Mama, und es gehört mir ganz allein. Vielleicht gehöre ich ja ab jetzt auch zu den großen Pferden. Die Zweibeiner sagen immer, wie groß ich schon geworden wäre.

Für heute habe ich genug erlebt, aber sicher dürfen wir morgen wieder raus. Dann könnt Ihr mir ja beim Spielen Gesellschaft leisten.

Neues von Kiano, dem Fohlen des Reitvereins Buldern, gibt es bald auf der Szene-Seite zu lesen. Die Autoren des Tagebuches sind die Reiterinnen Melina Meier und Inga Espeter. Nächstes Mal: Putzen, Striegeln, Hufe geben.

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