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Das Dorf ist die Welt

Cedric Gebhardt

Vorhelm - Von einer Feindschaft zwischen den beiden Dörfern möchte der gebürtige Ennigeraner und jetzige Vorhelm-Trainer Klaus Linnemann nichts hören. In der Tat sind die Zeiten vorbei, in denen es in einem Aufeinandertreffen zwischen der SuS und der TuS um weit mehr als nur drei Punkte ging.

Ein Blick ins Online-Netzwerk „studivz“ genügt, um festzustellen, dass dennoch eine gesunde Rivalität geblieben ist. Dort gibt es die Gruppe „Vorhelm ist immer einen besser als Enniger“. 90 Mitglieder stellen sich derzeit hinter diese Aussage und sind Mitglied in dieser Gruppe. Die Replik aus dem Nachbardorf kam geschwind: „Enniger ist immer zwei besser als Vorhelm“ heißt die Gruppe, der 61 Mitglieder angehören. Wer von beiden nun auf den Fußball bezogen recht behält, erweist sich am Sonntag um 15 Uhr, wenn die Westfalia ihren liebsten Gegner empfängt. Wie immer ist Klaus Linnemann im Vorfeld dieses Derbys „um Entspannung bemüht“. Zusätzliches Öl möchte er nicht ins Feuer gießen. Zudem bringt er der Offensiv-Wucht des Kontrahenten gewaltigen Respekt entgegen. „Cetinkilic, Rinke und Yerli, diese Kombination im Sturm erzwingt unwahrscheinliche Durchschlagskraft. Wenn die ins Rollen kommen, kann es gefährlich werden“, lobt Linnemann die Angriffsreihe der Ennigeraner. Zugleich aber verweist er auf die eigenen Vorzüge: „Wir haben gegen Vorwärts gezeigt, dass wir mittlerweile dazu in der Lage sind, den Gegner durch unsere Spielweise unter Druck zu setzen.“ Gegen die DJK „fehlten uns Cleverness und das Fünkchen Glück, das man braucht“. Sein Gegenüber, Udo Rinke, wiederum streicht höflich das Potenzial der Westfalia heraus. „Die Vorhelmer sind in der Tabelle bisher unter Wert geschlagen, es wird ein sehr schwieriges Spiel für uns“, sagt Ennigers Übungsleiter. In seiner persönlichen Bilanz gegen die TuS hat Rinke bis dato eine Niederlage und ein Remis verbucht. „Jetzt wäre also mal ein Sieg dran“, meint der SuS-Trainer. Fehlen werden ihm Libero Andreas Schmalz und Dirk Rinke. „Das ist für mich aber keine Ausrede. Wir sind dennoch in der Lage, das Spiel zu gewinnen.“ Zumal sein Team zuletzt Gaye Genclik eine 9:1-Lektion erteilte. „Ich hoffe, dass wir den Rückenwind aus diesem Sieg nach Vorhelm mitnehmen“, sagt Udo Rinke. Klaus Linnemann setzt seinerseits darauf, dass das Derby zusätzliche Kräfte bei seinem Personal freisetzt. Diesem wird der gebürtige Ennigeraner Dirk Bleckmann nicht angehören. Der TuS-Torhüter muss für Sonntag passen. Deshalb wird Norbert Gersmann zwischen den Pfosten stehen. Auch Tobias Vorholt (Knie-Entzündung) und Hanno Sievers (Leistenoperation) stehen nicht zur Verfügung. Dafür ist Verteidiger Nils Westermann nach einer Zerrung wieder ins Training eingestiegen. Wer auch immer auf Vorhelmer Seite aufläuft, er wird sich mit Verve in die Begegnung stürzen, damit sich der Slogan einer weiteren „studivz“-Gruppe nicht bewahrheitet. Dieser lautet: „Über Enniger lacht die Sonne, über Vorhelm die ganze Welt.“

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