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Das Land muss jetzt sparen

Martin Ellerich

Viele Griechen sind stocksauer. Sie demonstrieren. Wütende Menschen haben sogar das Wahrzeichen des Landes, die Akropolis in der Hauptstadt Athen, besetzt. Ihr Land ist sehr hoch verschuldet. Viele Menschen zweifeln daran, dass Griechenland seine Schulden jemals zurückzahlen kann. Die griechische Regierung muss deshalb hart sparen: Sie hat den Menschen die Renten und den Beamten die Gehälter gekürzt. Und außerdem die Steuern erhöht.

Zugleich sind auch viele Deutsche sauer: „Wir sollen so viel für Griechenland bezahlen? Sollen die doch selber gucken, wie sie aus ihren hohen Schulden herauskommen.“ Denn Deutschland und andere europäische Länder helfen Griechenland mit sehr viel Geld: 110 Milliarden Euro - oder anders geschrieben 110 000 000 000 Euro.

Was schert es uns, wenn der griechische Staat so viele Schulden hat? Ganz einfach: Griechenland, Deutschland und viele andere Länder Europas haben eine gemeinsame Währung. Das heißt: Wir bezahlen mit demselben Geld, dem Euro. Und mit Währungen ist das so eine Sache: Ein 50-Euro-Schein ist ja nur deshalb mehr wert als das Papier, auf dem er gedruckt ist, weil wir alle wissen, wie viel wir mit diesem Schein kaufen können: zum Beispiel für jeden in der Klasse ein schönes Eis. Wir vertrauen darauf, dass auch der Eismann, bei dem wir einkaufen, an den Wert des Euroscheins glaubt.

Es ist also für uns alle wichtig, dass das Vertrauen in den Euro hoch bleibt. Das Gefährliche: Griechenland hat so hohe Schulden, dass kaum noch jemand dem Land Geld leihen will. Wenn Griechenland sich kein Geld mehr leihen kann, dann kann es auch seine Ausgaben nicht mehr bezahlen. Der griechische Staat wäre pleite.

Weil aber die Griechen den Euro als Währung haben, wäre davon das Vertrauen in den Euro betroffen - und damit am Ende auch unser Geld. Damit das alles nicht passiert, helfen die anderen europäischen Länder Griechenland. Zur Bedingung haben sie aber gemacht, dass die Griechen sehr hart sparen und möglichst viel von ihren Schulden zurückbezahlen.

Sparen, sparen, sparen heißt in Athen die Devise: Daher werden dort die Renten gekürzt und die Steuern erhöht. Und dagegen protestieren viele Griechen, denen das Geld im Portemonnaie fehlt.

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