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Das Leben am Boden

Hans Gerhold

Das titelgebende Streben nach Glück, in der amerikanischen Verfassung eingeschrieben, ist für den Vertreter Chris Gardner (Will Smith) 1981 in San Francisco der Konflikt zwischen Streben und Glück.

Weil er sich mit dem Kauf medizinischer Messgeräte, die es an den Arzt zu bringen gilt, übernommen hat, der Familientreit regiert und er ständig im Minus steht, verlässt ihn Gattin Linda (Thandie Newton), und Chris steht mit dem fünfjährigen Sohn (Jaden Smith) allein da.

Während Chris eine unbezahlte Ausbildung zum Börsenmakler absolviert, an deren Ende ein Kandidat von 20 eine Anstellung erhält, lernt Chris das Leben am Boden kennen. Er muss mit dem Sohn im Asyl nächtigen und – der Tiefpunkt – eine Nacht in der Toilette der U-Bahn verbringen.

Die Geschichte Gardners, der später Millionär wurde, ist wahr. Auf zentrale Momente reduziert, geht sie als anrührendes Vater-Sohn-Drama und Armut-Thriller unter die Haut, denn für Chris gilt es im Büro, die Fassade aufrecht zu halten. Smith muss um Termine, gestohlene Geräte, Schlafplatz und Sekunden für ein Gespräch rennen, als gälte es sein Leben. Was stimmt. Teils hektisch aber spannend, teils entspannt vom Italiener Gabriele Muccino inszeniert, liefert Will Smith eine reife Leistung auf der Jagd nach dem Amerikansichen Traum. Der Mann kann sogar Rubiks Würfel richtig drehen.

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