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Das Maß geht verloren - jedes fünfte Mädchen leidet unter Essstörungen

Wilfried Goebels

Düsseldorf - Schlankheitswahn und extremes Übergewicht bei Jugendlichen nehmen zu. Bereits jedes fünfte Mädchen zwischen elf und 17 Jahren weist Symptome einer Essstörung auf. Die NRW-Schulen sollen künftig besser über Gefahren aufklären.

In einem Antrag fordern die Landtagsfraktionen von CDU und FDP ein entschiedenes Vorgehen der Behörden zum Schutz der Jugendlichen. Nach einer Studie des Robert-Koch-Instituts leiden sogar 30 Prozent der 17-jährigen Mädchen unter Essstörungen. Die Integrationsstelle NRW geht von etwa 100 000 Magersucht-Kranken und 300 000 Ess-Brechsucht-Kranken in NRW aus. „Viele Mädchen, junge Frauen und auch Männer eifern unrealistischen Schönheitsidealen nach“, klagt CDU-Fraktionschef Helmut Stahl. „Dieser Schönheitswahn wird von der Mode- und Werbebranche propagiert.“

Daneben fordern CDU und FDP aber auch eine stärkere Sensibilisierung der jungen Leute für die Gesundheitsrisiken durch extremes Übergewicht. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist die Zahl der extrem übergewichtigen Kinder und Jugendlichen in einem Besorgnis erregenden Maß gestiegen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass neun Prozent der Kinder zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig sind und bereits sechs Prozent sogar extrem übergewichtig.

Extremes Übergewicht beeinträchtigt nicht nur die Gesundheit, sondern führt auch zu hohen Kosten. Deshalb drängt FDP-Fraktionschef Gerhard Papke die NRW-Landesregierung, die Vorsorgemaßnahmen gegen Übergewicht schon im frühen Kindesalter zu intensivieren. Die Landesregierung hat dementsprechend bereits das Projekt „Anerkannter Bewegungskindergarten Pluspunkt Ernährung“ ins Leben gerufen. Eine besondere Zielgruppe sind Kinder aus sozial benachteiligten Verhältnissen sowie Kinder mit Zuwanderungsgeschichte.

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