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Serie: Pferdearten

Das Pferd, das in der Wüste lebt

wn

Um den Ursprung der Pferderasse, die sich in der kargen Wüste in Namibia behauptet, ranken sich einige Geschichten, denn ihre Herkunft ist nicht eindeutig geklärt.

So gibt es die Erklärung, dass es sich um „Nachfahren“ der kaiserlich-deutschen Armeepferde handelt. Anfang des 20. Jahrhunderts kamen mehr als 10 000 Trakehner mit den deutschen Soldaten in die damalige Kolonie Deutsch-Südwest. Nach dem Verlust der Kolonie wurden die Tiere dann gegen 1916 einfach sich selbst überlassen. Die zweite Version meint, dass sie Nachfahren der Herde des deutschen Barons Hansheinrich von Wolf seien, der 1907 nach Südwestafrika auswanderte und dort Pferde züchtete. Der Baron sei dann im Ersten Weltkrieg in Europa gefallen, seine Pferde seien verwildert. Und dann behaupten manche, dass die Vorfahren der heutigen Namib-Pferde bei einem Schiffbruch vor der Küste gerettet worden seien.

Welche Variante auch richtig ist - fest steht, dass die Tiere sich innerhalb weniger Generationen auf unglaubliche Weise an das Leben in der Wüste gewöhnt haben. Das heißt: Sie sind extremer Hitze ausgesetzt, haben wenig Weidegründe und müssen gleichzeitig mit wenig Wasser auskommen. Die Biologin Telane Greyling beobachtet die Herde seit Jahren regelmäßig.

Als die Tiere wegen einer schweren Dürre Ende der 80er Jahre vom Aussterben bedroht waren, öffneten die umliegenden Farmen ihre Tränken, die Regierung ließ die letzten 120 Tiere füttern. Heute leben wieder etwa 250 bis 300 Tiere in der Wüste.

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