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Finalrunde

David Villa wird geliebt und gefürchtet

Michael Schulte

Potchefstroom - Was muss der Mann sich hier alles anhören. Von „Tor-ero“ über „spanische Gefahr“ bis hin zum „Phantom“ wird David Villa geliebt und gefürchtet. Geliebt von den Spaniern, die ihren „Villa Maravilla“ (Villa, das Wunder) feiern. Gefürchtet von der Konkurrenz, verkörpert der 28-jährige Stürmer aus Valencia doch praktisch alleine die Angriffsabteilung des amtierenden Europameisters. Fünf von sechs Treffern hat Villa erzielt, eine beängstigende Bilanz.

„Villa hat eine unglaubliche Qualität im Abschluss“, zieht auch Bundestrainer Joachim Löw seinen Hut vor Spaniens quirliger Nummer sieben. Aber Villa ist nicht nur ein Torjäger, sondern nimmt auch am Spiel teil. Gerne kommt er aus dem Mittelfeld, meist über die linke Seite, und vernascht häufig seine Gegenspieler. Weil er Körperbewegungen beherrscht, die bei Fußballern nicht alltäglich sind. Und weil er seinem Instinkt folgt, wenn er am Ball ist.

Das alles hat natürlich einen Grund. Als Vierjähriger war Villa schon so ballverliebt, dass ihn selbst ein Gipsbein nicht am Spiel hindern konnte. Er kickte halt mit dem anderen Bein. Schlimmer sah es um ihn aus, als er sich mit neun Jahren den Oberschenkelknochen brach. Eine Amputation konnte gerade noch verhindert werden, sein Krankenhausaufenthalt dauerte sechs Wochen. Aber nach drei Monaten war er wieder am Ball. Weil er nie aufgibt, sich nicht kleinkriegen lässt, auch austeilen kann. Eine Kämpfernatur im besten Sinne.

Seine Karriere startete David Villa in seinem Geburtsort Langreo. Später verschlug es ihn zuerst nach Gijon, dann nach Saragossa und schließlich zum FC Valencia. Dort wollten ihn der FC Chelsea und Real Madrid nacheinander aus dem Vertrag kaufen, ohne Chance. Valencia erhöhte das Jahresgehalt Villas auf drei Millionen Euro und verlängerte den Vertrag bis 2014. Das hielt bis zu diesem Jahr. Inzwischen ist Villa beim FC Barcelona vorgestellt worden. Sein Gehalt wird fürstlich sein, die Ablöse betrug 40 Millionen Euro.

Villa zahlt mit Toren zurück. Im Verein und in der Nationalelf. Wenn die Deutschen diesen Mann am Mittwoch stoppen können, wäre das schon die halbe Miete für den Erfolg.

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