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Debütantenball am 13. Spieltag

Gerd Jakobi

Münster. Zwölf Spiele saß Simon Talarek auf der Ersatzbank, wurde mal sporadisch eingewechselt und blieb stets zweite Wahl. Gestern erhielt der Defensivspieler, im letzten Jahr noch Stammspieler, erstmals eine Chance. Er hat sie im defensiven Mittelfeld eindrucksvoll genutzt. „Das war beeindruckend, wie er sich dort auf Anhieb eingebunden hat, er war sofort im Spiel. Mir war immer klar, dass ich mich auf ihn verlassen kann, wenn ich ihn einsetze. Und so war es dann ja auch“, freute sich Trainer Roger Schmidt über eine weitere Alternative in seinem Kader.

Talarek, ansonsten in der Abwehrkette eingesetzt, erwies sich als sehr zweikampfstark, räumte konsequent in der Luft und am Boden auf und schaltete sich mutig in den Angriff ein, wenn es die Situation erlaubte. „Ich war mir in der vergangenen Woche relativ sicher, dass der Trainer mir eine Chance gibt. Mit meiner Leistung bin ich zufrieden und werde mich im Training aufdrängen“, erklärte der 22-Jährige.

Roger Schmidt ist immer wieder mal für eine kleine Überraschung gut. Vor Wochen gab er Massimo Ornatelli eine Chance von Beginn an, gestern durfte neben Simon Talarek auch Robert Magos seine Premiere feiern. Ausgerechnet gegen seinen ehemaligen Club war der frühere Kapitän der Bochumer A-Junioren erstmals erste Wahl im SCP-Dress.

Und gleich beim Debüt hätte er sich in die Torschützenliste eintragen können. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff lief er allein auf Torhüter David Buchholz zu und konnte sich die Ecke aussuchen, verfehlte das Tor aber sehr deutlich. „Das war eine Riesenchance und musste der Ausgleich sein. Ich wollte den Ball ins lange Eck schieben, doch er versprang leider, und dann kam solch ein Ding heraus“, ärgerte sich der Neu-Preuße.

Später hatte er eine weitere Chance, nach glänzender Vorarbeit von Kurtulus Öztürk verfehlte er das Tor jedoch deutlich. Nach einer Stunde war sein Arbeitstag beendet. Magos ging, Timo Scherping kam und bewies wieder seinen hervorragenden Instinkt. Elf Minuten nach seiner Einwechselung ließ er die Zuschauer jubeln. Nach einem Freistoß von Mehmet Kara, den Bochums Torhüter mit den Fingerspitzen gegen die Latte drückte, stand der Gronauer goldrichtig und drückte den Ball per Kopf und mit Übersicht über die Linie, es war sein vierter Saisontreffer. „Ich stand mal wieder an der richtigen Stelle“, sagte er bescheiden.

Das Nachwuchstalent hat ganz offensichtlich jenen Instinkt, den man als Torjäger benötigt. Roger Schmidt weiß, dass er mit ihm neue Akzente setzen kann. So wie gestern gegen Bochum.

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