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Tecklenburger Land

Déjà-vu in der Goethehalle

wn

Von Henning Meyer

Ibbenbüren. Im Leben eines Sportlers gibt es Duelle, die kann er einfach nicht gewinnen. Die Partie der Basketball-Regionalliga zwischen dem TVI und der BG Dorsten am Samstagabend in der Goethehalle war so ein Duell. Die Dorstener waren für den TVI bei der 97:107- (46:56) Niederlage ein schlicht und ergreifend nicht zu bezwingender Gegner.

Und das hatte genau drei Gründe: erstens Dalun Ry Smith, zweitens Collin Cogsdell und drittens Mike Parker. Die drei US-Amerikaner der BG Dorsten bestimmten das Spiel in jeder Hinsicht – und prägten das Muster der Partie über die gesamten 40 Minuten. Wurde es einmal eng für den Tabellenführer, dann nahmen sie das Heft in die Hand und degradierten sowohl Mit- als auch Gegenspieler zu Statisten. Hatten sie für ihre Mannschaft dann wieder einen beruhigenden Vorsprung herausgeworfen, dann durften die anderen Akteure beider Mannschaften auch ein wenig mitspielen. Folge: Der TVI holte auf, es wurde wieder eng. Also nahmen die drei US-Boys das Heft wieder in die Hand, und die ganze Prozedur wiederholte sich von vorn – Déjà-vu beim Basketball in der Goethehalle.

Nach diesem Schema bewegte sich der Vorsprung der Gäste in der Regel zwischen zehn und 20 Punkten. Von dieser Regel gab es im Verlauf des Spiels eigentlich nur zwei Ausnahmen. Die Anfangsphase, als der TVI beim 4:0 und beim 9:8 sogar zweimal in Führung lag und der Beginn des Schlussviertels, als die Gastgeber auf einmal wieder auf bis zu sechs Punkte herangekommen waren, was wiederum einen sehr putzigen Wutanfall von Dorstens Trainer Buschmann hervorrief. Dieser Wutanfall zeigte aber Wirkung, denn zwei der drei Amerikaner markierten in 90 Sekunden flugs zehn Punkte – der Drops war gelutscht. „Was willst Du da machen“, fragte sich nicht nur Briganti.

Ansonsten hatten die Ibbenbürener der individuellen Klasse der drei Amerikaner und ihrer Adjutanten nichts entgegenzusetzen. Nichts außer eine gehörigen Portion Kampfkraft, durch die zumindest Tobias Hülsmeier und Tobias Mönninghoff auffielen. TVI-Trainer Donato Briganti probierte zwar alles, was personell und taktisch in seiner Macht stand, aber die – ganz nebenbei – hervorragend gecoachten Dorstener fanden auf jeden Kniff des Italieners prompt die Antwort. Vor allem mit ihrer sehr offensiven Deckung zogen sie dem TVI früh den Zahn. Zudem verfügte die BG am Samstagabend über ein exzellentes Wurfbild von der Drei-Punkte-Markierung: 12 Treffer allein von dort.

„Wir haben dieses Spiel zu Recht verloren“, sagt Donato Briganti nach den 40 Minuten. „Dorsten brauchte gar keine Zeit, um zu werfen und zu treffen. Die Handlungsschnelligkeit und Treffsicherheit sind wir nicht gewöhnt.“ Mit seiner Mannschaft war er dennoch zufrieden. „Wir haben einen guten Streifen gespielt“, so Briganti. In den nächsten Spielen werde es mit so einer Leistung sicherlich leichter. „Es hätte auch gegen Dorsten spannend werden können, wenn wir in der Defense nicht immer einen Schritt zu spät gewesen wären“, so der TVI-Trainer.

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