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Protest vor der Ratssitzung

Demonstration gegen Biogas: Bis zu 500 Teilnehmer erwartet

Dierk Hartleb

Ahlen - Für die Ahlener Kommunalpolitiker wird es die womöglich schwierigste Entscheidung der Legislaturperiode: die Abstimmung über die Biogasanlage am Dienstag im Rat. Neben der Vorhelmer Bürgerinitiative Bosenberg machen jetzt auch viele Bauern mobil, die durch die geplante Biogasanlage ihre wirtschaftliche Existenz bedroht sehen, weil sie befürchten, dass es nicht bei der beantragten Leistung von 844 Kilowatt (kw) bleibt.

Um 14.30 Uhr wollen sich die Gegner der Biogasanlage vor dem Ahlener Rathaus treffen, um dagegen zu demonstrieren, dass der Bürgerprotest von den Kommunalpolitikern „durchgewunken“ werden soll. „Wir versuchen, möglichst viele zu mobilisieren“, sagt Martin Schulze Rötering. Der Landwirt, der auf Gemüse und Getreideanbau spezialisiert ist, hofft darauf, dass sich 500 Landwirte aus der Region an dem Protest beteiligen werden. „Wir wollen den Kommunalpolitikern vor der Abstimmung noch einmal ins Gewissen reden“, beschreibt Schulze Rötering die Zielrichtung der Demonstration. Angemeldet ist die Protestaktion bei der Kreispolizei Warendorf mit 100 bis 500 Teilnehmern.

Auch die Vorhelmer Bürgerinitiative Bosenberg wird vor dem Rathaus mitdemonstrieren. Unter der Überschrift „Flagge zeigen - mach mit“ hat Heiner Klostermann, selbst Mitglied der Initiative, eine E-Mail versandt und um Unterstützung des Protestes geworben.

Ihre Ablehnung begründen die Landwirte im Unterschied zu den Vorhelmern, die vor allem Nachteile der Wohnqualität befürchten, mit der Sorge, dass es bei der 844 kw-Anlage nicht bleibt, sondern die sukzessive auf zwei Megawatt nachgerüstet werden könnte. „Kleine Anlagen rechnen sich wirtschaftlich nicht“, sagt Klostermann, sondern seien dauerhaft auf Subventionen angewiesen. Die benötigten Flächen für eine Großanlage beziffert Schulze Rötering für den Maisanbau. Weil Mais nur alle drei Jahre angebaut werden darf, entsteht auf diese Weise ein Bedarf von 1200 Hektar. Die durchschnittliche Größe der Höfe liege bei 70 bis 80 Hektar und viele Bauern hätten Land dazu gepachtet. Der Druck auf die Pachtflächen steige mit einer zwei Megawatt-Biogasanlage. „Das bedeutete das Aus für viele Bauern“, prophezeit Schulze Rötering und verweist auf entsprechende Erfahrungen in anderen Regionen.

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