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Filmrezensionen

„Der Andere“: Eifersuchtsdrama

Hans Gerhold

Ungewissheit gebiert Spannung. So will es das Eifersuchtsdrama „Der Andere“, das auf einer Kurzgeschichte von Bernhard Schlink basiert, aber in einem Wust von Wiederholungen und Unstimmigkeiten scheitert. Da leben Software-Unternehmer Peter (Liam Neeson) und seine Frau, Schuhdesignerin Lisa (Laura Linney), ein glückliches erfolgreiches Leben, bis sie eines Tages verschwindet.

Lisas Anrufbeantworter und E-Mails führen den aufgewühlten Peter zu Ralph (Antonio Banderas), zweifellos Lisas Geliebter in der Vergangenheit. Peter trifft seinen Nebenbuhler inkognito und erfährt bei gemeinsamen Schachduellen mehr, als ihm lieb ist. Bis der Film eine absurde Wendung nimmt, die die Mission zur Tragödie eines lächerlichen Mannes werden lässt.

Der Umschwung sei nicht verraten, aber er ist so unglaubwürdig und in den Gefühlen behauptet, dass es einem nach „SATC“ schon wieder die schönen roten Schuhe Lisas, in denen der Zettel zu ihrem Geheimnis steckt, auszieht. Neeson und Linney (kaum zu sehen) spielen das routiniert, nur Banderas überzeugt als hochstaplerischer Hausmeister mit Doppelleben.

Die „Liebesfluchten“ (Titel von Schlinks Erzählsammlung) ersticken in Hochglanzbildern von Mailand und dem Comer See. Ungewissheit gebiert keine Spannung, sondern gepflegte Langeweile.

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