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Der arme König der afrikanischen Wälder

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Wenn seine Majestät sich nähert, weichen alle ehrfurchtsvoll zurück. Sie erkennen den König nicht nur am breiten Silberstreifen auf dem Rücken, sondern an der Größe: Zwei Meter können Gorilla-Männchen groß werden. Es ist aber nicht so, dass sich alle vor dem König fürchten würden. Schließlich beschützt er seine „Untertanen“ ja auch. Strenggenommen ist er nämlich kein König, sondern nur Familienoberhaupt.

Gorillas sind die größten Menschenaffen der Erde. Zu Hause sind sie in Afrika. Dort leben sie in Familiengruppen, immer ein Männchen und mehrere Weibchen mit vier bis fünf Jungtieren. Biologen unterscheiden zwei Gorillaarten, den östlichen und den westlichen Gorilla. Beide sind Vegetarier, beide bauen sich ein Schlafnest für die Nacht und beide sind stark bedroht.

Die größte Gefahr ist die Wilderei. In vielen Ländern, inzwischen sogar in Europa, gilt Affenfleisch als Delikatesse. Dass es verboten ist, die bedrohten Tiere zu töten und als „Buschfleisch“ zu verkaufen, stört Wilderer nicht. Sie sind oft sehr arm und verkaufen das Fleisch an wohlhabende Touristen oder gleich in die USA und nach Europa. Solange es Käufer gibt, werden weiter Affen gejagt.

Als ob das nicht genug wäre, verschwindet auch langsam die Heimat der „King Kongs“. Ihre Wälder werden abgeholzt und hauptsächlich zu Brennholz, Papier oder Möbeln verarbeitet. Genau dort, wo viele Gorillas leben, herrschen außerdem Bürgerkriege und schlimme Krankheiten wie Ebola, an denen auch Affen sterben können.

Der WWF fürchtet, dass Gorillas schon in 15 Jahren aus der Wildnis verschwunden sein könnten, wenn Wilderei und Abholzung so weitergehen. Deshalb hat der WWF in dem Bürgerkriegsland Demokratische Republik Kongo zehn Millionen Bäume für die Gorillas gepflanzt.

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