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Der dümmste Fisch der Welt

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Der Mondfisch ist dick und dumm. Erwachsene Mondfische können fast zwei Tonnen wiegen. Aber ihr Gehirn ist nicht einmal so groß wie eine Walnuss. Doch der erste Eindruck täuscht: Zwar wirkt der Mondfisch mit seinem plumpen Körper und seinem winzigen Maul nicht gerade wie der Aufgeweckteste unter den Meeresbewohnern. Doch immerhin hat er es geschafft, 50 Millionen Jahre zu überleben! Seine Vorfahren schwammen schon zur Zeit der Dinosaurier durch die Weltmeere.

Seine Überlebensstrategie ist simpel: Nur die Ruhe bewahren. Wenn man eine Körperform hat wie ein überdimensionaler Pfannkuchen, hat Flucht wenig Sinn. Die haben die ungewöhnlichen Tiere ohnehin nur selten nötig, denn sie haben fast keine natürlichen Feinde: Ihr Fleisch ist praktisch ungenießbar. Im Notfall verlassen sich Mondfische auf ihre fast 15 Zentimeter dicke schuppenlose Haut.

Von diesem „dicken Fell“ hat der Fisch seinen Namen: Nachts schimmert seine Haut silbrig wie der Mond. Der Grund dafür sind winzige Parasiten, die sich in seine Haut bohren. Zum Teil leuchtet das tierische Gewürm und lässt den Fisch im Mondschein erstrahlen.

Mondfische sind Einzelgänger und ziemlich selten, was verständlicherweise ihr Liebesleben erschwert. Wenn dann doch einmal ein männliches auf ein weibliches Tier trifft, nutzen beide die Gunst der Stunde. Das Weibchen legt auf einen Schlag mehr als eine halbe Million Eier. Die schlüpfenden Larven sind nur zwei bis drei Millimeter klein –ihre Mutter ist 60 Millionen Mal so groß!

Das Leben der friedlichen Giganten ist noch immer weitgehend unerforscht. Gefährdet sind die Mondfische vor allem durch die Treibnetze immer größerer Fischereiflotten und den zunehmenden Schiffsverkehr.

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