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Der "Kaiser" wird 65 - Geburtstagsfeier für Franz Beckenbauer mit 70.000 "Gästen"

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München - Auf den eigenen Geburtstag angesprochen reagiert Franz Beckenbauer in der ihm eigenen Art. „Na, 65 ist doch kein Alter“, sagt der Noch-64-Jährige mit Blick auf den Ehrentag am Samstag (11. September). Bestenfalls „halbrund“ sei dieser Geburtstag, den er als TV-Experte im Fußball-Stadion bei der Partie seines FC Bayern gegen Werder Bremen gemeinsam mit 70 000 Zuschauern feiern möchte. Die große eigene Party will er erst in einem Jahr folgen lassen - „wenn ich da noch lebe.“

Fußball-, Werbe- und Medien-„Kaiser“, Weltmeister-Teamchef, WM-Macher - praktisch alles, was der am 11. September 1945 geborene Beckenbauer in seinem Leben anfasste, wurde zu Gold. „Beckenbauer ist der Einzige, der der PDS in Bayern ein Direktmandat verschaffen kann“, witzelte der Kabarettist Ottfried Fischer einmal. Und der einzige, der im ZDF- Sportstudio in der Feierlaune nach dem Meistertitel 1994 den Ball von einem gefüllten Weißbierglas aus in der Torwand versenkte.

Als Fußballer galt der Welt- und Europameister als einer der größten deutschen Kicker überhaupt. „Seine Ausstrahlung war so, dass man am liebsten gar nicht gegen ihn angetreten wäre“, beschrieb es der englische Weltmeister Sir Bobby Charlton einst. Die Eleganz des Liberos aller Liberos lobte auch ein anderer ganz Großer. „Er war mehr ein brasilianischer als ein deutscher Fußballer“, sagte Pelé über den charismatischen Beckenbauer.

Den Erfolgen als Spieler folgten fast nahtlos die Siege als Trainer. Neben dem Brasilianer Mario Zagallo ist er der einzige, der dem WM-Titel als Kicker den als Trainer anfügte. 1990 in Italien führte er das Team um Lothar Matthäus, Rudi Völler und Jürgen Klinsmann zum Sieg. Aber den vielleicht größten Erfolg landete er in seiner Karriere als Sportfunktionär: Beckenbauer holte die Fußball-WM nach Deutschland.

Unzählige Ehrungen aus München, Bayern und ganz Deutschland sind ihm schon zuteil geworden, eigentlich zeichnete ihn fast schon die ganze Welt aus. Aber, und das ist angesichts der typischen Leichtigkeit Beckenbauers vielleicht etwas überraschend, es gibt auch Dinge, die selbst ihm ein bisschen unangenehm sind. Anlässlich seines 65. Geburtstags zeigt der Bezahlsender Sky, für den Beckenbauer als Experte arbeitet, am Samstag auf seinem Heimatkanal den Film „Libero“ aus dem Jahr 1973 - mit ihm als Darsteller.

„Kann man das noch verbieten?“, fragte Beckenbauer augenzwinkernd, um anschließend gleich wieder alle Bedenken mit Humor zu überspielen. „Ich kann mich erinnern, der Film wurde für den Oscar vorgeschlagen. Leider ist er in der Endausscheidung durchgefallen.“ Auch als Sänger bemühte er sich Mitte der siebziger Jahre. „Du bist das Glück“ oder „1:0 für die Liebe“ hießen die Titel, die kein wirklich durchschlagender Erfolg wurden.

Als Komödiant würde Beckenbauer dagegen sicherlich Hallen füllen. Wenn er in seiner 15 Jahre langen Amtszeit als Bayern-Präsident wie ein Showmaster durch die Jahreshauptversammlungen führte, hatte er immer die Lacher auf seiner Seite. „Wenn der Kaiser spricht, legen sogar die Engel ihre Harfen beiseite“, meinte einst Max Merkel. Die Glaubwürdigkeit des heutigen Ehrenpräsidenten ist eh bewundernswert. „Wenn er erklärt, dass der Ball eckig ist, dann glauben ihm das alle“, sagte Otto Rehhagel.

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