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MV Namensforscher

Der Koopmann war als Kaufmann tätig

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MV-Leserin Silke Koopmann hat keine Theorie zur Entstehung ihres Familiennamens. Etwa 6500 Träger des Nachnamens Koopmann leben in Deutschland, wobei die meisten im Nordwesten leben. Die stärkste Konzentration von Koopmann ist im niedersächsischen Landkreis Cloppenburg festzustellen. Die Schreibvarianten Koopman, Coopmann und Coopman sowie die Genitivformen Koopmanns, Koopmans, Coopmanns und Coopmans sind dagegen selten.

Wie bei vielen anderen nordwestdeutschen Familiennamen gibt es auch Koopmann in den benachbarten Niederlanden. Wenn man die verschiedenen Namensformen - Koopman(n), Koopmans, Coopman(s)  -  zusammenrechnet, ist der Name dort mehr als doppelt so häufig wie in Deutschland.

Koop-/Coopmann dürfte in so gut wie allen Fällen auf den mittelniederdeutschen Berufsnamen kôpman „Kaufmann, Handelsmann, Kaufherr, Großhändler“ zurückgehen. Der Begriff „Kaufmann“ meinte vor allem den Großkaufmann, der ein großes Geschäft mit Lager unterhielt und zumeist auch als Arbeitgeber eine Reihe von Hilfskräften beschäftigte. Die fahrenden Händler wurden als Hoker bezeichnet (Hoke, Hocke, Hooke, Hocker, auch Hokmann, Hockmann), während die stationären Kleinhändler Kremer, Kromer oder Winkler, Winkelmann hießen.

Beim relativ seltenen Familiennamen Kaupmann (Münsterland, Ostwestfalen) wurde der Langvokal ô von kôpman in der Mundart zum Zwielaut au, wie auch bei den Wörtern Gaus für gôs (Gans), Graut für grôt (groß), Kaul für kôl (Kohl), Naut für nôt (Not).

Die hochdeutschen Namensformen Kaufman(n) und Kauffman(n) sind erheblich häufiger als der niederdeutsche Name. Wo sich Kauf(f)mann im niederdeutschen Sprachgebiet findet, ist der Name entweder aus dem hochdeutschen Gebiet zugezogen - vielfach sicher infolge von Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg -, oder er ist aus einer echt plattdeutschen Namensform verhochdeutscht worden.

Bei den Namen Kopmann, Kopman und Kopmanns kann man dem Schriftbild nicht ansehen, ob sie mit Langvokal ô in der ersten Silbe als Koopmann oder mit Kurzvokal als Koppmann ausgesprochen werden. Bei der Aussprache mit langem ô gehören sie zum Kaufmannsnamen, dann ist die mittelalterliche Schreibung mit einfachem o beibehalten worden.

Werden die Namen aber mit Kurzvokal gesprochen, gehören sie wie der Name Koppmann als Erweiterungen mit -mann zum Familiennamen Kopp, der als Kurzname des biblischen und Taufnamens Jakobus gebräuchlich war.

Da der Name Jakobus auf der zweiten Silbe betont wird, bildeten sich viele Kurzformen heraus, bei denen die erste Silbe Ja- fehlte. Kopp ist eine dieser Formen, daneben waren auch Kurznamen mit Langvokal wie Koop und Koob beliebt. Im Einzelfall kann daher der Name Koopmann auch auf den Ruf- und Taufnamen zurückgehen.

Einige frühe niederdeutsche Belege des Namens „Kaufmann“ sind: 1265 Albert Copman (in Rostock), 1277 Nortman Copman (in Stralsund), 1292 Conrad Copman (in Goslar), 1293 Luderus Copman (in Bremen, daneben gleichzeitig Johan Cromere und Johan Hokere), 1300 Eylward Copman (in Hamburg).

Winfried Breidbach

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