1. www.wn.de
  2. >
  3. Archiv
  4. >
  5. Der letzte Strohhalm - Kleine Patienten mit Hirnschäden

  6. >

Kinderneurologiehilfe Münster

Der letzte Strohhalm - Kleine Patienten mit Hirnschäden

Martina Döbbe

Münster - Vier Jahr alt ist die Kleine. Und so voller Lebensfreude. Voller Neugier. Voller Tatendrang. Beim Toben rutscht sie unbemerkt ab in den Gartenteich. Heute liegt sie im Wachkoma. Seit Jahren. Der Junge radelt zu seinem Freund. Ein Autofahrer nimmt ihm die Vorfahrt. Schädel-Hirn-Verletzung. Operation. Die Eltern sind glücklich - er überlebt. Doch er spricht kaum noch. Lacht nicht mehr. Verkriecht sich in seinem Zimmer. Zwei Geschichten von vielen, die tagtäglich passieren. Die zu Herzen gehen. Und die das Leben von Familien brutal zerstören.

Gertrud Wietholt kennt diese Nöte. Diese furchtbaren Ängste, die Eltern nicht mehr schlafen lassen. Die Kinderneurologiehilfe Münster ist immer wieder der letzte Strohhalm, an den Väter und Mütter sich klammern. „Ich weiß nicht, was wir ohne Sie getan hätten.“ Diesen Satz hat die Vorsitzende oft gehört. Er ist Ansporn zum Weitermachen, obwohl der Verein finanziell immer wieder an seine Grenzen stößt und selbst um sein Überleben kämpfen muss. Denn 200 000 Euro jährlich sind nötig, um die Beratung, Begleitung und Präventionsarbeit sicherzustellen.

Es sind Schicksale, die niemanden unberührt lassen. „Wir kümmern uns um Kinder und Jugendliche mit einem Hirnschaden. Zum Beispiel nach Unfällen, nach Tumorerkrankungen“, beschreibt Gertrud Wietholt das breite Spektrum. Das beginnt oft schon im Krankenhaus, wenn Kinder dort eingeliefert und behandelt werden, das setzt sich fort nach Reha-Maßnahmen. Und manchmal erst dann, wenn Spätfolgen auftreten, die zuvor niemand erkannt hat. Das sind die Fälle, in denen Eltern besonders oft verzweifeln. Wer kann ihnen da noch helfen? Die Kinderneurologiehilfe bemüht sich, auf jede Frage eine Antwort zu finden, Ansprechpartner zu vermitteln, betroffene Kinder, Jugendliche und deren Familien zu begleiten. „Und immer wieder Mut machen“, betont Gertrud Wietholt.

Startseite