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Der Weg vom Gras zum duftenden Brot

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Der Mensch brauchte 10.000 Jahre, bis er aus Getreide das heutige Brot machte. Alles Getreide war einmal Gras, und der Weg zum duftenden, aromatischen Brot, wie wir es heute kennen, war lang, heißt es in dem Text auf der Homepage der Bäckerei Cibaria.

Die alten Erntevölker streiften das Korn vom Halm und aßen es so, ungeachtet der Reife, was natürlich nicht besonders bekömmlich war.

Dann entdeckte der Mensch, dass Getreide durch Rösten und Zerreiben aber bekömmlicher, schmackhafter und haltbarer wurde. Das förderte seine Beliebtheit enorm. Die Entdeckung, dass aus dem Getreide durch Flüssigkeitszugabe ein Brei herzustellen war, führte zu verschiedenen Variationen von Getreidebrei und dann zum Brot und veränderte die Geschichte.

Zuerst wurde der Ackerbau vorangetrieben, damit der Brei regelmäßig verzehrt werden konnte, und das Experimentieren mit dem Brei führte zum Fladen. Der Brei wurde dabei auf Steine gestrichen, und die Hitze und Wärme von Sonne oder Feuer brachten das Fladenbrot hervor.

Es galt folgende Voraussetzungen zu entdecken und zu erkennen:

Nur bestimmte Getreidesorten enthalten eine quellfähige Masse, das so genannte Klebereiweiß.

Das Prinzip der Gärung und Säuerung musste entdeckt und als Ursache für die Lockerung des Teiges verstanden und gedeutet werden. Ebenso musste die Hefevermehrung und die damit verbundene Lockerung durch Kohlendioxyd entdeckt werden.

Es musste erfahren werden, dass feingemahlenes Mehl, gutes Kneten, verschiedene Formen, Veränderung der Gärzeit Auswirkungen auf die Qualität und den Geschmack des Brotes haben.

Es gab dann viele verschiedene Formen von Feuerstellen und Öfen. Den ersten geschlossenen Ofen, in denen das gelockerte Brot gebacken wurde, gab es in Ägypten.

Das Schicksal des Menschen, seine Herkunft und seine Interessen finden im Brot und im Getreide einen Spiegel.

Hier ein paar Beispiele:

Religion - die Hostie beim Gottesdienst

Armut und Reichtum - "Schlechte" Zeiten lassen Rezepte mit altbackenem Brot boomen. Reichtum machte es möglich, das z.B. zu Neros Zeiten feines Backwerk in Form von Ferkeln, Vögeln und Muscheln auf dem Tisch stand.

Dichtung - "Wer trocken Brot mit Lust genießt, Dem wird es gut bekommen. Wer Sorgen hat und Braten ißt, Dem wird das Mahl nicht frommen". J.W. von Goethe.

Brauchtum - jede und jeder kennt das Geschenk von Brot und Salz zum Richtfest oder zur Hochzeit.

Länder und Völker – Reis gehört zu China, Mais gehört zu Südamerika, die alten Sumerer schworen auf Emmer, germanische Völker und Iren liebten den Hafer. Überall gehören Brot und Getreide zum Menschen. Ein paar Ausnahmen gibt es natürlich schon: die Inuit kennen in erster Linie Robben und Fische als Grundnahrungsmittel.

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