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Deutscher Politologe: Obama lag bei TV-Duell leicht vorne

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Stuttgart – Der US-Präsidentschaftskandidat der Demokraten, Barack Obama, hat laut deutscher Expertenmeinung im Fernsehduell mit seinem republikanischen Rivalen John McCain leicht vorne gelegen. „McCain hätte gewinnen müssen, das ist ihm nicht gelungen“, erklärte Frank Brettschneider, Politikforscher der Universität Hohenheim, kurz nach dem Ende des Duells am frühen Samstagmorgen.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat sei gut vorbereitet gewesen und habe mit präzisen Antworten die Chance genutzt, sich in außenpolitischen Themen besser als bisher zu präsentieren. Sein Kontrahent habe sich dagegen ausschließlich darauf verlassen, Obama als unerfahren hinzustellen. „Das reicht nicht“, sagte der Kommunikationswissenschaftler in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

„Obama hat auch gezeigt, wie er Politik anders gestalten würde. Er war dabei selbstbewusst und hat attackiert“, erklärte Brettschneider. Damit habe Obama gezeigt, dass er nicht nur allgemein von „Change“, vom Wandel, sprechen könne. Dennoch habe der Demokrat auch Schwächen gezeigt. „Bei den Wirtschaftsfragen zu Beginn der Debatte hat er es eindeutig versäumt, McCain mehr ins Straucheln zu bringen“, bilanziert Brettschneider.

Bei McCain sei es dagegen positiv gewesen, immer wieder auf seine Erfahrung verwiesen. „Aber er hat zu sehr versucht, zu attackieren, ohne Substanz zu geben“, sagt Brettschneider. Zudem habe der Republikaner die Politik der letzten acht Jahre kritisiert, ohne einzugestehen, dass er selbst daran mitgewirkt hat.

Insgesamt habe das Duell vor allem der Mobilisierung der eigenen Anhänger gedient. „Es war wichtig, dass keiner von beiden einen gravierenden Fehler begeht. Das ist ihnen gelungen“, erklärt der Politikforscher. Nun komme es darauf an, wie die Medien in den kommenden Tagen die Debatte bewerten. Besonders im dritten Duell müsse sich dann Obama beweisen. Vor allem die Innenpolitik wird dabei Thema sein.

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