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„Wunderkinder“

Dick aufgetragene Botschaft

Gian-Philip Andreas

Das Drama ist gut gemeint: In der Ukraine, 1941, freundet sich das deutsche Mädchen Hanna mit dem 14-jährigen Wundergeiger Abrascha und der gleichaltrigen Spitzen-Pianistin Larissa an. Hanna, selbst eine begabte Geigerin, träumt noch von der Carnegie Hall, als die finsteren Zeitläufte in ihr Leben pfuschen: Erst muss Hannas Familie Rache fürchten, als Hitler den Russland-Feldzug beginnt, später dann, als die SS anrückt, geraten die Juden Abrascha und Larissa in tödliche Gefahr. Die Familien helfen sich gegenseitig. Etwas überdeutlich trägt Markus Rosenmüllers zweiter Film nach „Der tote Taucher im Wald“ seine humanistische Botschaft von der lebensrettenden Kraft der Kultur zu Markte. Die Inszenierung kommt über Fernsehspielbilder selten hinaus, dazu passen TV-Routiniers wie Kai Wiesinger (als Hannas Vater) oder Gudrun Landgrebe; Konstantin Wecker als Nazi ist eine kuriose Wahl. Emotional tragen müssen den allzu päd­agogischen Film sowieso die guten Kinderdarsteller - den Abrascha spielt übrigens Elin Kolev, der derzeit auch „in echt“ als Wunderviolinist reüssiert.

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