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Die Apotheken-Notdienste werden 2012 neu geregelt

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Bocholt - Das neue Notdienst-System der Apothekerkammer Westfalen-Lippe geht am 1. Januar 2012 an den Start. Bisher wurden die Apotheken-Notdienste in Westfalen-Lippe in den 95 Notdienstbezirken geplant. Die 23 Apotheken in Bocholt, Rhede, Isselburg und Anholt gehörten zu einem Bezirk. Zukünftig sollen die Dienste über ein zentrales Computersystem verteilt werden.

So will die Apothekerkammer die Wege für die Patienten verkürzen. Viel ändern werde sich für die Bocholter dadurch jedoch nicht, sagt Wolfgang Matenaer, Sprecher der Apotheker in Bocholt. Das hänge mit der Lage Bocholts zusammen. „Im Norden haben wir Holland und im Süden die Apothekerkammer Nordrhein, deren Dienste noch nicht synchronisiert werden“, erklärt Matenaer. Bocholt liege da „ein bisschen isoliert“. Doch auch wenn die Notdienste der Apothekekammer Westfalen-Lippe mit denen der Apothekerkammer Nordrhein abgestimmt würden, werde das wegen der Entfernungen „für Bocholt auch nicht der große Bringer sein“, sagt Matenaer.

Deutlich mehr Vorteile habe das neue System für diejenigen, die mitten im Gebiet der Apothekerkammer Westfalen-Lippe liegen und von mehreren Notdienstbezirken umgeben sind. Bislang wurden die Dienste nur innerhalb eines Bezirks ohne den Blick über die Grenze geplant. Aus diesem Grund wurden nur die notdiensthabenden Apotheken angegeben, die innerhalb des Bezirks lagen und nicht darüber hinaus. Dabei konnte es natürlich sein, dass auf dem Heimweg des Patienten eine Apotheke aus einem anderen Bezirk näher gelegen hätte.

Statt kürzer könnten die Wege für die Patienten aus Bocholt auch schon mal länger werden. „Bisher mussten die Bocholter ein- bis zweimal im Monat zur notdiensthabenden Apotheke nach Rhede, Isselburg oder Anholt fahren, jetzt könnte es drei- bis viermal im Monat sein“, sagt Matenaer. Gleichzeitig könne es für Patienten aus Rhede aber auch kürzer sein nach Borken zu fahren, als nach Isselburg. Deshalb sei es „im Prinzip schon richtig, dass nach Angaben der Apothekerkammer die Wege im Schnitt kürzer werden“, sagt Matenaer.

Mit dem neuen System will die Apothekerkammer zudem dafür sorgen, dass die Notdienstbelastung für die Apotheker künftig gleichmäßiger verteilt wird. „Das ändert sich ganz geringfügig. Bisher leistete eine Apotheke 18 Notdienste im Jahr, jetzt sind es 16 Dienste“, sagt Matenaer.

Die Apotheker wollen das neue Notdienst-System im Auge behalten, kündigte Matenaer an: „Wir werden das beobachten und evaluieren.“

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