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Filmrezensionen

"Die drei ???": Justus Jonas ist jetzt dünn

Gian-Philip Andreas

Fans der „Drei Fragezeichen“ sollten einen Bogen machen um den ersten Kinofilm über die drei Detektive. Was man so mochte an den Büchern und vor allem natürlich an der erfolgreichen Hörspielreihe, das fehlt hier vollständig, und weil der deutsche Jungregisseur Florian Baxmeyer für den internationalen Markt drehte, hat er Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews mit austauschbaren US-Kids besetzt, die mit den bekannten Figuren rein gar nichts zu tun haben. Jetzt witzeln sich also präpotente 13-Jährige durch die (sehr freie) Verfilmung des elften Buches „Die Geisterinsel“, und man weiß nicht, worüber man sich mehr aufregen soll: Über den nachlässigen Umgang mit den Figuren beispielsweise? Wer hat je einen Justus Jonas sehen wollen, der nicht speckig, sondern dünn und smart daherkommt und am Ende auch noch das Mädchen kriegt?

Oder doch eher über den Fall selbst? Der kreist immer noch um eine gruselige Küsteninsel-Kreatur, spielt aber nicht mehr unter amerikanischen Filmleuten, sondern im touristisch abgefilmten Südafrika, wo zu ethnokitschiger Musik lachende Kinder durch die Townships hüpfen und alles in einer schwarz-weißen Versöhnungsorgie gipfelt.

Wenn man sich von aller Erwartung befreit, muss man zwar ein paar gelungene Spannungssequenzen entdecken und die professionelle Kamera loben, doch als „Drei ???“-Verfilmung taugt Baxmeyers erster Kinolangfilm nicht die Bohne.

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