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„Die Eylandt Recherche“: Nullnummer

Gian-Philip Andreas

Au weia: Hier hat sich jemand an einer Pseudo-Dokumentation mit Mystery-Schlagseite versucht und dabei voll in die Jauche gegriffen. Dieser Jemand heißt Michael W. Driesch und nennt sich als Regisseur „Don Miguel“.

Gegenstand seiner Mockumentary ist ein „Fall“ in Duisburg-Rheinhausen: Dort soll eine Familie Eylandt über Jahrzehnte drei Außerirdische, die bei einem Bombenangriff 1944 erdwärts plumpsten, im Keller gefangen gehalten haben. Dies erfährt man aus – angeblich real existierenden – Briefen der Eylandt-Tochter. Und man erfährt es ziemlich oft. Um genau zu sein, geschieht schon nach kurzer Zeit nichts Neues mehr in diesem technisch wie darstellerisch beschämend unbeholfenen Trash-Verschnitt aus „Akte X“ und dem „Blair Witch Project“.

Man sieht dem (echten) Lokaljournalisten und Bürgerliche-Liberale-Bezirksvertreter Karsten Vüllings und einem (falschen) Schnüffler beim Schnüffeln zu, ein paar (falsche) Experten steuern (hanebüchene) Expertisen bei. Am Ende sind die Aliens auch am großen Stromausfall von 2006 schuld...

Eigenproduziertes Filmschaffen möchte man als Gegengift zu Hollywoods aufgeplusterter Perfektionssucht eigentlich bedingungslos wertschätzen, aber wenn es so grausam humorlos und langweilig abläuft wie hier, dann geht das leider doch nicht. Vermeidenswert.

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