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Rot Weiss Ahlen

Die fast schon letzte Chance des HSV

Franz Prinz

Ahlen. Keine guten Erinnerungen haben die Fußballer von Regionalligist Rot-Weiß Ahlen an den bislang ersten und einzigen Auftritt der U23 des Hamburger SV im Wersestadion. Es war am 34. Spieltag der vergangenen Saison, rein theoretisch hatten die Ahlener damals noch Chancen auf den Zweitliga-Aufstieg, als die Mannschaft von Karsten Bäron sie aus allen Träumen riss. Es war ein Abwehrspieler, der mit seinen beiden Toren aus der 75. und 87. Minute für den Hamburger 2:1 Erfolg sorgte, nachdem Musemestre Bamba (jetzt in Diensten des SC Verl) für den zwischenzeitlichen Ausgleich gesorgt hatte. So gesehen also kein gutes Omen für Wücks Elf, wenn sie Samstagnachmittag erneut auf Bärons Elf trifft. Erneut zu einem ganz wichtigen Zeitpunkt, allerdings für die Hamburger, die den Sieg diesmal viel mehr benötigen, als noch im Mai. Mit derzeit 25 Zählern geht es für den HSV fast schon um die letzte Chance, Anschluss an den letzten Qualifikationsplatz zu finden, auch wenn der mit aktuell elf Zählern schon in weite Ferne gerückt ist.

Gut indes für die Ahlener, dass der Torschütze vom Mai, Boris Leschinski, nicht mehr in Diensten des HSV steht. Weniger ob seiner beiden Treffer – es waren übrigens seine einzigen – mehr wegen der Defensivqualitäten des jetzt für Unterhaching spielenden Verteidigers, denn in der Abwehr läuft es beim HSV in dieser Spielzeit gar nicht rund.

Nur Schlusslicht Wolfsburg 2 hat mit 55 Toren bislang mehr Treffer kassiert als der HSV, dessen Keeper Johannes Höcker schon 37 Mal hinter sich greifen musste. Hier liegen sicherlich Ahlens Chancen, die Partie zu gewinnen, um damit die 40er-Punktegrenze zu knacken. Immerhin ist das Wück-Team mit 45 Toren absoluter Spitzenreiter.

Allerdings dürfen die Ahlener den HSV trotz dessen zuletzt dürftigen Resultate (gegen Düsseldorf gab es vor einer Woche eine 0:3-Heimniederlage) nicht unterschätzen. Denn fußballerisch bringt der Kader der Hanseaten alles mit. Beeindruckend das Tempo, das vor allem die jungen Spieler gehen können und das an die Spielweise vom SV Werder Bremen 2 erinnert. Lediglich Konzentration und Einstellung stimmen mit diesen Qualitäten nicht immer überein, was Trainer Bäron zuletzt ziemlich frustrierte. Ebenso die mangelnde Torausbeute in dieser Saison. Mit 24 Treffern liegt das Team zwar nicht im unteren Tabellenbereich, trifft aber längst nicht so gut und so oft wie in der Vorsaison, was insbesondere an der Ladehemmung von Massimo Cannizzaro liegt. Der Torjäger der vergangenen Spielzeit (zusammen mit Osnabrück Reichenberger brachte er es auf 17 Tore) traf bislang erst fünfmal.

Man hat zwar die Qualifikation in Hamburg noch nicht abgehakt, weiß aber, dass jetzt nur noch Siege helfen. Dementsprechend intensiv wurde in dieser Woche trainiert, man setzt einiges auf diese Partie, um durch einen Sieg vielleicht doch noch den richtigen Schwung in die restlichen Spiele zu nehmen.

Und wenn es nicht klappt? Auch nicht tragisch, ist doch der Druck auf Karsten Bäron trotz des mit rund 5,5 Millionen größten Regionalliga-Etats längst nicht so groß wie auf andere Trainer der Regionalliga. Der ehemalige Profi mit dem Spitznamen „Air Bäron“ hat völlig freie Hand, ist fester Bestandteil des Hamburger Nachwuchskonzeptes und wird auf jeden Fall die Mannschaft auch in der vierten Liga betreuen.

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